Zur Bewältigung der großen Zukunftsaufgaben brauchen wir Weltmeere die sauber sind und nachhaltig bewirtschaftet werden. Das Projekt „Governance der Ozeane“ erforscht, wie internationale Meerespolitik neu gedacht werden kann.
Zur Bewältigung der großen Zukunftsaufgaben brauchen wir Weltmeere die sauber sind und nachhaltig bewirtschaftet werden. Das Projekt „Governance der Ozeane“ erforscht, wie internationale Meerespolitik neu gedacht werden kann. istock/Arrangements-Photography

Headline: Governance der Ozeane

Der Mensch ist auf den Ozean angewiesen. Dieser ist nicht nur eine wichtige Nahrungsquelle, sondern reguliert auch das globale Klima und beherbergt einen Reichtum an Biodiversität. Aber er ist zunehmend bedroht, denn für die Erhaltung und nachhaltige Nutzung der Meeresressourcen fehlt ein angemessener gesetzlicher Rahmen. Die Forschungsgruppe Governance der Ozeane am IASS generiert neues Wissen und initiiert Dialoge mit Stakeholdern, um die Ursachen der Probleme zu analysieren, darauf zu reagieren und Governance-Prozesse zu unterstützen. Sie trägt auch zur Entwicklung neuer Ansätze und Rechtsrahmen bei, die für eine nachhaltigere Bewirtschaftung der Meere und ihrer Ressourcen erforderlich sind. Ihre transformative Arbeit konzentriert sich auf drei globale Prozesse:

  • die Umsetzung der Agenda 2030, insbesondere des Ziels der nachhaltigen Entwicklung für Ozeane, Meere und Meeresressourcen (SDG 14)
  • die Aushandlung eines rechtsverbindlichen Instruments im Rahmen des Seerechtsübereinkommens der Vereinten Nationen (UNCLOS) zur Erhaltung und nachhaltigen Nutzung der marinen biologischen Vielfalt in Gebieten außerhalb der nationalen Gerichtsbarkeit
  • die Entwicklung internationaler Regeln für den Tiefseebodenabbau Das interdisziplinäre Team befasst sich mit den folgenden Kernfragen: Wie können die UN-Nachhaltigkeitsziele in wirkungsvolle politische Prozesse umgesetzt werden? Wie kann die maritime Biodiversität in Gebieten außerhalb der nationalen Gerichtsbarkeit geschützt werden? Welche rechtlichen Rahmenbedingungen brauchen wir, um den Abbau von Bodenschätzen im Tiefseebereich zu steuern? Im Rahmen einer transdisziplinären Forschungsagenda berät das Team auch Entscheidungsträger in Regierungen und internationalen Organisationen sowie gesellschaftliche Akteure.

Projekte

Stärkung der regionalen Governance für die Hohe See (STRONG High Seas)

Fast zwei Drittel der Ozeane liegen außerhalb der nationalen Hoheitsgewässer. Für den Schutz und die nachhaltige Nutzung der Artenvielfalt in diesen Gebieten gibt es keine umfassenden Abkommen. Das Projekt unterstützt im Südostatlantik und im Südostpazifik regionale Institutionen und nationale Behörden bei der Entwicklung integrierter Governance-Ansätze.

Governance der Ozeane

Ohne intakte Weltmeere lassen sich die großen Herausforderungen nachhaltiger Entwicklung nicht lösen. In Verbindung mit lösungsorientierten Drittmittelprojekten untersucht das Projekt, wie sich notwendige Nachhaltigkeitstransformationen für die Ozeane erzielen lassen und die Meeres-Governance gestärkt werden kann, auch im Umgang mit neuen Risiken.

Bergbau am Tiefseeboden - Versuchsbergbau und fairer Vorteilsausgleich

Das Projekt analysiert den Regulierungsrahmen für mögliche Tiefseebergbau-Aktivitäten im Gebiet jenseits nationaler Grenzen. Im Dialog mit Akteuren aus Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft entwickeln die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des IASS Beiträge und Impulse für den internationalen Verhandlungsprozess unter dem Dach der Internationalen Meeresbodenbehörde.

PROG Marine Regions Forum - Internationales Forum zur Stärkung regionaler Meeres-Governance

Meeresverschmutzung und wandernde Arten machen nicht an Grenzen von Hoheitsgewässern Halt. Für diese Probleme braucht es nicht nur globale Abkommen, sondern auch ineinandergreifende regionale Lösungsansätze. Übergeordnetes Ziel des Projektes ist die Entwicklung von effektiven Konzepten zur sektorübergreifenden regionalen Governance für den Schutz und die nachhaltige Nutzung der Ozeane.