Der Klimawandel und wirtschaftliche Aktivitäten schaden der Arktis.
Der Klimawandel und wirtschaftliche Aktivitäten schaden der Arktis. Karsten Häcker

Headline: Meeresnaturschutz in der Arktis

Dauer:
bis

Die Ausdehnung des arktischen Meereises geht seit Jahrzehnten deutlich zurück. Durch die Eisschmelze ergeben sich sowohl neue Möglichkeiten der Nutzung als auch neue Gefahren. Schifffahrt, Erdöl- und Erdgasförderung, Bergbau, Fischerei und Tourismus haben Auswirkungen auf die empfindliche polare Meeresumwelt und die Lebensbedingungen der Menschen vor Ort. Die zügige Ausarbeitung und Einführung effektiver Schutzmaßnahmen und nachhaltiger Management-Konzepte ist unabdingbar, um eine nachhaltige und ökosystemverträgliche Nutzung der marinen Lebensräume in der Arktis sicherzustellen.

So gibt es unter anderem Bemühungen, einige Gebiete der Arktis von der wirtschaftlichen Nutzung auszunehmen und zu Meeresschutzgebieten zu erklären. Angesichts der zunehmenden wirtschaftlichen Aktivitäten schreiten der Schutz und die nachhaltige Nutzung der Arktis jedoch zu langsam voran. Es mangelt oftmals an einer angemessenen Übersetzung von wissenschaftlichen Erkenntnissen in konkrete, sektorenübergreifende und regional abgestimmte Schutzmaßnahmen.

Umsetzungsstrategien für eine ökologisch nachhaltige Arktispolitik

Im Rahmen des Forschungsprojektes, das von den Forschungsgruppen „Governance der Arktis" und „Governance der Ozeane" geleitet wird, führen die Projektpartner zielgerichtete Fallstudien und Analysen durch, die Entscheidungsträgern in verschiedenen Formaten zugänglich gemacht und in relevante politische Diskussionen und Kommunikationskanäle eingebracht werden. In den Fallstudien werden die ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen der Nutzung der arktischen Meeresressourcen untersucht und Lücken in Bezug auf die jeweiligen Governance-Rahmen erfasst.

Zudem wird das Projekt Empfehlungen zur möglichen Entwicklung eines pan-arktischen Netzwerks von Meeresschutzgebieten erarbeiten. Die Forschung baut auf relevante Forschungsprojekte sowie die langjährige Arbeit der Projektpartner IASS, Ecologic Institute und WWF Deutschland im Bereich der Arktisforschung und -politik auf.

Wege zur nachhaltigen arktischen Zukunft

Die im Projekt erarbeiteten Analysen und Empfehlungen sollen eine aktive Mitarbeit Deutschlands in den naturschutzrelevanten Gremien des Arktischen Rates unterstützen und somit einen direkten Beitrag zur Einführung und Umsetzung von Maßnahmen zum Schutz mariner Lebensräume und Arten leisten. Darüber hinaus sollen die Ergebnisse auch zur fachlichen Diskussion mit deutschen Akteuren beitragen und unter anderem Verwendung im Nationalen Arktisdialog finden.