Im Rahmen von OceanNETs sind unter anderem Versuche mit den Kieler KOSMOS-Offshore-Mesokosmen geplant, um Auswirkungen und mögliche Nebenwirkungen der sogenannten Ozean-Alkalinisierung in marinen Ökosystemen zu testen.
Im Rahmen von OceanNETs sind unter anderem Versuche mit den Kieler KOSMOS-Offshore-Mesokosmen geplant, um Auswirkungen und mögliche Nebenwirkungen der sogenannten Ozean-Alkalinisierung in marinen Ökosystemen zu testen. Michael Sswat/GEOMAR (CC BY 4.0)

Headline: Governance, Politik und völkerrechtliche Dimensionen von ozeanbasierten Technologien für negative Emissionen

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bis

Aus einer planetarischen Perspektive ist der Ozean ein wichtiger Bestandteil des Erdsystems. Er spielt eine entscheidende Rolle bei der Regulierung des globalen Klimas, da er eine hohe Kapazität zur Kohlenstoffaufnahme und -speicherung besitzt. Wenn diese Kapazität gesteigert werden könnte, würde dies die globale Erwärmung abschwächen. Allerdings ist das Wissen über die technische und soziale Machbarkeit und die potenziellen Vorteile, Risiken, Nebenwirkungen und politischen Dimensionen ozeanbasierter Technologien für negative Emissionen („Negative Emission Technologies", NETs) noch recht begrenzt.

OceanNETs - Transdisziplinäre Forschung zu ozeanbasierten Technologien für negative Emissionen

Das von der EU geförderte Projekt OceanNETs untersucht, ob ozeanbasierte NETs eine wesentliche und nachhaltige Rolle bei der Begrenzung der globalen Erwärmung spielen können. Ein interdisziplinäres Konsortium von 14 Partnern aus sechs Ländern erforscht hierzu die technischen, ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Dimensionen von ozeanbasierten NETs. Das Projekt, das Expertinnen und Experten aus den Natur-, Sozial- und Geisteswissenschaften zusammenbringt, verfolgt einen transdisziplinären Forschungsansatz, zu dem auch der Dialog mit relevanten Interessengruppen gehört. Daraus leiten die Forscherinnen und Forscher Empfehlungen für Wissenschaft und Politik ab.

Governance, Politik und völkerrechtliche Dimensionen ozeanbasierter NETs

Das IASS ist mit der Universität Hamburg für Arbeitspaket 2 des Projektes OceanNETs verantwortlich, in dem es um die Governance-, Politik- und Rechtsdimensionen von ozeanbasierten NETs geht. Das Arbeitspaket ist in drei Aufgaben unterteilt, von denen zwei am IASS durchgeführt werden:

  • Ozeanbasierte NETs, Öffentlichkeiten und neue Formen von Governance (Leitung: Stefan Schäfer, IASS)
  • Regionale und globale Meeres-Governance für neue ozeanbasierte NETs (Leitung: Barbara Neumann, IASS)
  • Die Meere und das internationale Seerecht (Leitung: Alexander Proelss, Universität Hamburg)

Ozeanbasierte NETs, Öffentlichkeiten und neue Formen der Governance

Dieser Teil des Arbeitspaketes zielt darauf ab, die Bedingungen besser zu verstehen, unter denen ozeanbasierte NETs in bestimmten kulturellen und politischen Kontexten realisierbar werden oder auf Ablehnung stoßen. Vergleichende Forschung in Australien, Kanada und Deutschland konzentriert sich auf die Entstehung ozeanbasierter NETs als Gegenstand wissenschaftlicher Studien, der Technologieentwicklung, der kommerziellen Nutzung, der nationalen Regulierungsmacht, der globalen Governance und des Aktivismus.

Regionale und globale Meeresverwaltung für neue ozeanbasierte NETs

Dieser Teil des Arbeitspaketes zielt darauf ab, kritische Einsichten zum möglichen Einsatz von ozeanbasierten NETs im Hinblick auf die Meeres-Governance zu entwickeln. Es soll beurteilt werden, wie der Einsatz ozeanbasierter NETs im Einklang mit dem derzeitigen rechtlichen und institutionellen Rahmen für Meeres-Governance und dessen Zielen und Prinzipien steht. Durch Befragungen von Experten und den Dialog mit den wichtigsten Interessenvertretern will das Forschungsteam eine deliberative Wissensbasis schaffen und die wichtigsten politischen Zwänge sowie mögliche Kompromisse und Synergien ozeanbasierter NETs identifizieren und priorisieren.

Informationen zur Finanzierung

OceanNETs wird vom Forschungs- und Innovationsprogramm Horizont 2020 der Europäischen Union im Rahmen der Zuschussvereinbarung Nr. 869357 gefördert.

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