Climate-Engineering-Maßnahmen können in zwei Kategorien eingeteilt werden. Einige zielen darauf ab, der Atmosphäre Kohlendioxid zu entziehen, andere sollen Sonnenlicht weg von der Erde reflektieren.
Climate-Engineering-Maßnahmen können in zwei Kategorien eingeteilt werden. Einige zielen darauf ab, der Atmosphäre Kohlendioxid zu entziehen, andere sollen Sonnenlicht weg von der Erde reflektieren. IASS

Headline: Planetare Geopolitik und Geoengineering

Wie ordnen „planetare" Interventionen das kollektive Leben neu? Wie prägen vorherrschende politische Strukturen und Sensibilitäten technowissenschaftliche Vorstellungen vom „Planeten" und davon, was es bedeutet, „etwas für ihn zu tun"? Die Forschungsgruppe „Planetare Geopolitik und Geoengineering" konzentriert sich auf Wissens- und Handlungsformen, die heute eine dezidiert „planetare" Geopolitik konstituieren und analysiert die Herausforderung, die sie für vertraute Kategorien der modernen wissenschaftlichen und politischen Vernunft darstellen: Repräsentation und Intervention, Notwendigkeit und Kontingenz, Handeln und Nichthandeln, Gewissheit und Unbestimmtheit. Die Gruppe verwendet ethnografische und historische Forschungsmethoden und stützt sich auf Konzepte aus den science and technology studies, der Kulturanthropologie, der Philosophie der normalen Sprache, der politischen Ökonomie und der politischen Theorie, um zu beschreiben, wie Formen kollektiven Lebens mit dem Aufstieg des „Planetaren" in Wissenschaft und Politik Gestalt annehmen - oder auch auseinanderfallen.

Zu den Forschungsprojekten der Gruppe gehören Untersuchungen von Technologien zur Kohlendioxid-Entfernung in Deutschland und der EU, von ozeanbasierten negativen Emissionstechnologien, von der Politik der Skepsis und des Misstrauens in Deutschland und den USA, von Geowissenschaft und Geopolitik nach dem Kalten Krieg, von experimentellen Regimen des unternehmerischen Petrokapitalismus und von der Beziehung zwischen planetarer Wissenschaft, Gesellschaftstheorie und Kunst. Die Arbeit der Gruppe umfasst die transdisziplinäre Konferenzreihe Climate Engineering in Context sowie regelmäßige Veranstaltungen, die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Künstlerinnen und Künstler und Andere zusammenbringen, die sich für die Möglichkeiten und Unmöglichkeiten kollektiven Lebens in einer Zeit, die von der Wissenschaft und Technologie des planetarischen Umweltmanagements geprägt ist, interessieren.

Projekte

CO2-Entnahme Synthese- und Transferprojekt (CDRSynTra)

Nur mit einem tiefergehenden Verständnis für verschiedene Methoden und Technologien der CO2-Entnahme können Entscheidungen für die angestrebte Treibhausgasneutralität Deutschlands bis 2045 fundiert getroffen werden. Das BMBF hat deshalb ein Forschungsprogramm zur Entnahme von atmosphärischem CO2 gestartet. Das IASS ist Teil des interdisziplinären Forschungskonsortiums.

Governance, Politik und völkerrechtliche Dimensionen von ozeanbasierten Technologien für negative Emissionen

Mit Technologien für negative Emissionen können Treibhausgase aus der Atmosphäre entfernt werden. Dadurch könnte die globale Erwärmung begrenzt und ein wichtiger Beitrag zum Pariser Klimaabkommen geleistet werden. Es bestehen jedoch viele Unsicherheiten hinsichtlich der Anwendung und der Auswirkungen dieser Technologien. Das von der EU finanzierte Projekt OceanNETs zielt darauf ab, entscheidende neue Erkenntnisse über ozeanbasierte Technologien für negative Emissionen zu gewinnen. Im Rahmen des Projektes trägt das IASS zur Bewertung von Fragen der Governance, Politik und völkerrechtlichen Dimensionen bei.

Abgeschlossene Projekte

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