Auch Bilder erzählen – zum Beispiel das, was ihre Macher sehen. Hier war das ein Fotograf auf der Insel Kiribati. Aber ihren vollen Sinn erlangen Narrative erst im Auge des Betrachters.
Auch Bilder erzählen – zum Beispiel das, was ihre Macher sehen. Hier war das ein Fotograf auf der Insel Kiribati. Aber ihren vollen Sinn erlangen Narrative erst im Auge des Betrachters. V. Sokhin/laif

Headline: Narrative und Bilder der Nachhaltigkeit

Dauer:
bis

Welche Erzählmuster prägen Diskurse nachhaltiger Entwicklung, und wie befördern oder behindern sie deren Durchschlagskraft? Wie haben sich die entsprechenden Narrative entwickelt, wer sind ihre Träger im politischen Raum? Lassen sich die Ziele, die wir uns und anderen im Zusammenhang mit Nachhaltigkeit zuschreiben, auf grundlegende Wertorientierungen zurückführen - und wenn ja, welche sind das? Und wo Diskurs nicht zureicht - können da die Künste mit ihrer symbolischen Formung ‚einspringen'? Das sind einige der Leitfragen des Forschungsprojekts „Narrative und Bilder der Nachhaltigkeit". Untersucht werden sie in den verschiedenen Themenfeldern vor allem inhaltsanalytisch, aber auch im Dialog mit an Nachhaltigkeitskommunikation interessierten Akteuren z. B. in den Medien, der Kommunalpolitik oder der Wissenschaft selbst.

Wertbezüge der Nachhaltigkeit

Nach dem Abschluss der explorativen ersten Projektphase gehen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mittlerweile davon aus, dass in der Tat ein paar wenige Grundwerte die Geschichte und Aktualität des Nachhaltigkeitsdiskurses prägen, nämlich Bewahrung/Sicherheit, Innovation und Gerechtigkeit. Ob dies wirklich so ist, und wie gut diese in Spannung zueinander stehenden Werte sich in „narratives" Sprechen umsetzen, untersuchen sie nun anhand verschiedener Themenfelder, im Moment vor allem internationale Meeres- sowie deutsche Mobilitätspolitik. Zugang zu den entsprechenden Feldern finden sie durch die Zusammenarbeit mit anderen IASS-Projekten.

Auf der Suche nach „glokalen" Geschichten

Eine besondere Herausforderung für das Erzählen über Nachhaltigkeit ist dabei der zentrale konzeptuelle Gedanke, in Reaktion auf die planetare Krise globalen Ausgleich zu suchen. Das Globale nicht zu abstrahieren, sondern im Lokalen mit darzustellen, ist nicht leicht - noch weniger, wenn man Nachhaltigkeit nicht als bloßen Schutz vor äußerlichen (Umwelt-)Gefahren, sondern als Frage sozialer Rechte und Ansprüche versteht. Das Projekt sucht hier nach eingängigen sprachlichen und künstlerischen Lösungen, die sich in gelingender Kommunikation auffinden lassen, sei es in den Medien, in Theaterprojekten oder in der Wissenschaft selbst. Sie werden u. a. in akademischen Publikationen und in Vorträgen vor verschiedenen Zielgruppen diskutiert und verbreitet.