Das Projekt DiDaT erforscht die unbeabsichtigten Nebenwirkungen der Digitalisierung.
Das Projekt DiDaT erforscht die unbeabsichtigten Nebenwirkungen der Digitalisierung. AdobeStock/3dkombinat

Headline: Digitale Daten als Gegenstand eines transdisziplinären Prozesses (DiDaT)

Dauer:
bis

Wege zu einem verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Daten

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150 WissenschaftlerInnen und PraktikerInnen präsentieren Orientierungen und Wegweiser für einen verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Daten als Ergebnisse eines zweijährigen transdisziplinären Prozesses

Übergabe des DiDaT Weißbuches am 2.3.2021 von 16:00 bis 18:00 Uhr

Markus Beckedahl (netzpolitik.org), Stephan Noller (ubirch, BVDW), Ortwin Renn (IASS) und Roland W. Scholz (IASS und Donau Universität Krems) übergeben das Weißbuch an Hanna Gleiss (Zivilgesellschaftliche Vernetzungsstelle gegen Hate Speech im Internet), Yvonne Hofstetter (Essayistin, Juristin, Unternehmerin, Lehrende), Dr. Claus D. Ulmer (Deutsche Telekom; Perspektive Wirtschaft) und Prof. Ulrich Kelber (Bundesbeauftragter für den Datenschutz und die Informationsfreiheit).

Eröffnet wird die Veranstaltung von Prof. Dr. Peter Parycek (Fraunhofer FOKUS; Mitglied des DiDaT Steering Boards) Anmeldung zur Veranstaltung und Zugang zum Weißbuch und den Supplementarischen Informationen


Scholz, R. W., Beckedahl, M., Noller, S., Renn, O., unter Mitarbeit von Albrecht, E., Marx, D., & Mißler-Behr, M. (Eds.). (2021). DiDaT Weißbuch: Verantwortungsvoller Umgang mit digitalen Daten - Orientierungen eines transdisziplinären Prozesses. Baden-Baden: Nomos.

Scholz, R. W., Albrecht., E., Marx, D., Mißler-Behr, M., Renn, O., & van Zyl-Bulitta, V. (Eds.). (2021). Supplementatorische Informationen zum DiDaT Weißbuch: Verantwortungsvoller Umgang mit digitalen Daten - Orientierungen eines transdisziplinären Prozesses. Baden-Baden: Nomos.


Die Digitalisierung verändert unser Leben und hat einen grundlegenden Wandel vieler Bereiche zur Folge - in Form von Vorteilen, aber auch von unerwünschten Nebenwirkungen. Die Nachhaltigkeitsforschung steht nun vor der Herausforderung, die unbeabsichtigten Nebenwirkungen (die sogenannten „Unseens") der digitalen Transformation zu identifizieren. Sie soll Strategien entwickeln, die den Gesellschaften einen angemessenen Umgang mit diesen unerwünschten Effekten ermöglicht.

Laut einem 2017 abgehaltenen strukturierten Gespräch europäischer Fachleute ist bei digitalen Daten das Verhältnis zwischen Eigentum, wirtschaftlichem Wert, Nutzung und Zugriff nicht ausreichend bekannt. Daraus können sich unbeabsichtigte Nebenwirkungen für Einzelpersonen, Gruppen, Unternehmen und weitere Teile der Gesellschaft ergeben. Das Projekt DiDaT (Digital Data as subject of Transdisciplinary Processes, digitale Daten als Gegenstand eines transdisziplinären Prozesses) wird in einem transdisziplinären Dialog zwischen Wissenschaft und Praxis die Vulnerabilitäten verschiedener Stakeholder-Gruppen untersuchen und bewerten. Geleitet wird es von Ortwin Renn und Roland W. Scholz.

DiDaT hat die folgenden Ziele:

  • Erstellung Sozial robuster Orientierungen zum Umgang mit unerwünschten Nebenfolgen (Unseens: Unintended side effects) der digitalen Transformation
  • Förderung der „Best Practices" für die Nutzung von digitalen Daten
  • Erörterung der Grundsätze einer Datenethik gemäß den Erkenntnissen des strukturierten Gesprächs europäischer Fachleute, laut denen ethische Grundsätze noch nicht ausreichend diskutiert und umgesetzt werden. Die Initiierungsphase des Projekts begann am 1. Oktober 2018.

Am 25. März 2019 fand das DiDaT Kickoff Meeting am IASS in Potsdam statt. 13 Praktikerinnen und 25 Wissenschaftlerinnen diskutierten in einem ersten Anlauf dazu, welche unerwünschten Nebenwirkungen „Unseens" aus der Nutzung von digitalen Daten resultieren können. Aufbauend auf den Konzeptskizzen (siehe unten) wurden ca. 35 Praktikerinnen und ca. 45 Wissenschaftlerinnen mit in die Erstellung der ersten Skizze der Grobkonzepte einbezogen.

Auf der 1. Stakeholder-Konferenz diskutierten 35 Praktikerinnen und Praktiker und 38 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Feinpläne für die sieben Vulnerabilitätsräume.

Die Corona-Pandemie hatte auch auf DiDaT grosse Folgen. Die für die Vertrauensbildung wichtigen physikalischen Treffen konnten nicht stattfinden. Einige Mitglieder wurden durch zusätzliche Anforderungen zeitweise aus dem Prozess herausgezogen. Somit ist ein Teil der verspäteten Banderstellung durch Corona zu erklären.

Das Forschungsprojekt DiDaT besteht aus einer paritätischen Ko-Leitung, die Vertreter aus Wissenschaft und Praxis auf allen Ebenen miteinander vereint. Dies sind Markus Beckedahl (Leiter Zivilgesellschaft, netzpolitik.org), Stephan Noller (Leiter Wirtschaft, Ubirch und Bundesverband Digitale Wirtschaft, BVDW), Prof. Dr. Dr. Ortwin Renn (IASS) und Prof. em. ETH Roland W. Scholz (IASS-DUK). Die wissenschaftliche Leitung des Projekts besteht neben Profs. Renn und Scholz aus den Profs. Eike Albrecht und Magdalena Mißler-Behr (BTU Cottbus-Senftenberg).

Mit Abschluss der Phase der Weißbucherstellung starten Projekte zur Vertiefungsforschung und Transdisziplinäre Laboratorien (Td-Labs).

Ein von der Vodafone Stiftung gefördertes Projekt untersucht wie Jugendliche Szenarien der Nutzung von Sozialen Medien beurteilen.

Das Td-Lab Datenökonomie mit dem Schwerpunkt Online Marketing wird die begonnene Arbeit fortsetzen. Gebildet hat sich ein Td-Lab zu Anpassungsstrategien von KMU. Im Bereich Landwirtschaft wird ein Td-Lab zu Strategien der Bewertung von Datenhoheit im Bereich der Landwirtschaft entstehen. Die Arbeit dieser Gruppen wird durch das Td-Methoden Lab (BTU-Cottbus-Senftenberg; Paul Honore Takam) unterstützt, in dem Software zur partizipativen Szenario-Konstruktion und Szenario Bewertung entwickelt wurde, die in den Td-Labs eingesetzt werden. In den Td-Labs wird aus der Sicht der Praxispartner auch eine lösungsorientierte Sicht (etwa bei Strategie-/Business Plan) eingenommen, weshalb wir hier - für bestimmte Projektphasen - auch von transdisziplinärer Aktionsforschung sprechen.

Hier finden Sie eine ausführliche Beschreibung des DiDaT Projekts. Einen Bericht über die 2. DiDaT Stakeholder-Konferenz am 22.01.2020 bei Fraunhofer Fokus in Berlin lesen Sie hier. Bitte senden Sie uns eine E-Mail oder kontaktieren Sie Roland Scholz unter +41 79 422 44 01, wenn Sie weitere Informationen wünschen, die nicht in der Broschüre enthalten sind, oder wenn Sie sich am Projekt beteiligen wollen.

Wichtige Dokumente zum Projekt:

Broschüren / Brochures

Konzeptpapiere zum Weißbuch, Grobpläne und Feinpläne (die den Arbeitsprozess dokumentieren) können auf Anfrage zur Verfügung gestellt werden (auf Deutsch). Die Hauptprodukte der ersten Phase sind per Klick zugänglich.

Über wichtige Inhalte transdisziplinärer Arbeit informieren die DiDaT-Newsletter

Roadmap

Teilnahme an der Vernehmlassung - Eine Innovation in der Transdisziplinaritätsforschung

Eine wichtige Frage besteht darin zu prüfen, ob die Arbeitsgruppen zu den Vulnerabilitätsräumen Mobilität, Gesundheit, Landwirtschaft, Zukunft der KMU und Soziale Medien das Wissen und die Interessen der Stakeholder in diesen Bereichen angemessen berücksichtigt haben. Dies gilt es auch näher in Erfahrung zu bringen, da in den Gruppen jeweils «nur» sechs WissenschaftlerInnen und sechs «PraktikerInnen» beteiligt waren. Vor diesem Hintergrund haben wir - unter Bezug auf eine bewährte schweizer Vorgehensweise der diskursiven Konsultation - das Konzept der Transdisziplinären Vernehmlassung (TD-VL) eingeführt.

Die Teilnehmenden der TD-VL nehmen insofern direkt an dem transdisziplinären Prozess teil, dass Ihre Rückmeldungen zu dem Weissbuchkapitel nicht nur in eine Bewertung oder gar eine Überarbeitung des Weissbuches einbezogen werden, Die einzelnen Rückmeldungen werden gemeinsam mit den anderen 20-40 Bewertungen für jeweils einen Vulnerabilitätsraum in einem Forum diskutiert. Wenn Sie Interesse an einer Teilnahme haben, so wenden Sie sich bitte an Dirk Marx Dirk.Marx@b-tu.de.

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