Headline: Deutsch-Französisches Zukunftswerk

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bis

Frankreich und Deutschland wollen gemeinsam nachhaltige Zukunftsvisionen für mehr Lebensqualität entwickeln, die Umweltschutz sowie soziale und wirtschaftliche Aspekte ausbalancieren. Dieses Ziel ist ein zentraler Bestandteil des Deutsch-Französischen Freundschaftsvertrages, den Angela Merkel und Emmanuel Macron am 22. Januar 2019 in Aachen unterzeichneten. Zu diesem Zweck haben die beiden Regierungen das Deutsch-Französische Zukunftswerk ins Leben gerufen, dessen Geschäftsstelle an dem französischen Regierungsinstitut France Stratégie und dem IASS angesiedelt ist.

Das Zukunftswerk ist ein Forum, das Vertreterinnen und Vertreter aus Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Politik zusammenbringen wird, um gesellschaftliche Transformationsprozesse voranzubringen. Es wird den Raum für einen Dialog zwischen innovativen lokalen und regionalen Initiativen in beiden Ländern schaffen. Das Zukunftswerk wird den grenzüberschreitenden Austausch erleichtern, um unser kollektives Verständnis für gesellschaftliche Veränderungsprozesse zu verbessern und unsere Fähigkeit zu stärken, diese in Richtung einer nachhaltigen Zukunft zu steuern.

Die Regierungen ernannten einen Direktor und eine Direktorin, die die Arbeit des Zukunftswerkes leiten werden: Gilles de Margerie, Generalkommissar von France Stratégie, und IASS-Direktorin Patrizia Nanz. Die beiden haben eine gemeinsame Geschäftsstelle eingerichtet, ein Lenkungsausschuss steht dieser beratend zur Seite. Der Ausschuss tagt zweimal jährlich und besteht aus 16 Mitgliedern, darunter Regierungsvertreterinnen und -vertreter, Abgeordnete sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft.

Alle 12 bis 18 Monate gibt das Zukunftswerk politische Empfehlungen heraus, bei denen es sich thematisch an der UN-Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung mit ihren 17 Nachhaltigkeitszielen orientiert. Die Empfehlungen werden dem Deutsch-Französischen Ministerrat und der Deutsch-Französischen Parlamentarischen Versammlung vorgelegt.

Zukunftsvisionen mit Wurzeln in lokalen und regionalen Innovationen

Visionen und Politikempfehlungen entwickelt das Zukunftswerk in enger Zusammenarbeit mit lokalen und regionalen Initiativen in Frankreich und Deutschland, die sich für den sozialen, wirtschaftlichen, ökologischen oder technologischen Strukturwandel in ihrer Region engagieren. Durch Beobachtung, Dialog und Aktionsforschung gewinnt das Zukunftswerk Erkenntnisse über Sichtweisen der Praxis und gemeinsame Herangehensweisen der verschiedenen Initiativen. Die Erkenntnisse bereitet das Team der Geschäftsstelle für die Politik auf. Darüber hinaus organisiert die Geschäftsstelle Dialogveranstaltungen für die beteiligten Akteure sowie transdisziplinäre Workshops, in denen Fachleute und politische Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger die Erfahrungen, Perspektiven und Vorschläge der französischen und deutschen Praktiker kennen lernen.

Politikempfehlungen für die französische und deutsche Regierung gemeinsam entwickeln

Die Themen der Politikempfehlungen werden vom Lenkungsausschuss auf der Grundlage von Vorschlägen der lokalen und regionalen Initiativen sowie der politischen Prioritäten der beiden Regierungen ausgewählt. Zu jedem Thema wird die Geschäftsstelle eine Gruppe von rund 40 relevanten Akteuren in einem „Resonanzraum" versammeln, der politische Empfehlungen entwickelt. Diese werden in einer öffentlichen Veranstaltung, der Zukunftswerk-Konferenz, vorgestellt. Der Direktor und die Direktorin werden die Empfehlungen dann dem Deutsch-Französischen Ministerrat und der Deutsch-Französischen Parlamentarischen Versammlung übergeben.