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Im Blog des Institute for Advanced Sustainability Studies (IASS) schreiben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus allen Bereichen des Instituts. Die Themen reichen von Forschungsergebnissen über Veranstaltungsberichte bis hin zu Kommentaren über politische Entwicklungen. Die Autorinnen und Autoren äußern auf dem IASS-Blog ihre persönliche Meinung.

 

Sinnvolle Empfehlungen, wenig Verbindlichkeit: Die Fortschreibung des Abfallvermeidungsprogramms

Deutschlands erstes Abfallvermeidungsprogramm erschien 2013. Gemäß § 33 Absatz 9 des Kreislaufwirtschaftsgesetzes muss das Programm alle sechs Jahre bewertet und bei Bedarf angepasst werden. Anfang Januar 2021 veröffentlichte das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit die Fortschreibung des Abfallvermeidungsprogramms mit dem Titel „Wertschätzen statt Wegwerfen“.

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Das Pariser Abkommen wird fünf Jahre alt: Höchste Zeit, die Ozean- und Klimakrise gemeinsam anzugehen

Wir leben auf einem Planeten, der durch komplexe und sich ständig verändernde Wechselwirkungen zwischen natürlichen und anthropogenen Bestandteilen des "Systems Erde" miteinander verbunden ist. Von diesen Beziehungen ist eine der kritischsten für die menschliche Existenz die zwischen Ozean und Klima. Die Auswirkungen des Klimawandels auf den Ozean können nicht isoliert betrachtet werden. Denn die Prozesse im Ozean selbst sind ein Teil des Klimasystems und sie modulieren somit auch den Klimawandel. Mit anderen Worten: Der Ozean-Klima-Nexus ist eine Zweibahnstraße, die vorausschauende und innovative Governance-Ansätze erfordert.

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Wie kann Gerechtigkeit auf dem Ozeangrund aussehen?

Mit dem raschen Wachstum des Technologiesektors in den vergangen zehn Jahren ist die Nachfrage nach Metallen wie Kupfer, Mangan oder Kobalt und weiteren seltenen Erdmineralien um ein Vielfaches gestiegen. Der Tiefseeboden als potenzielle Quelle dieser Mineralien scheint vor diesem Hintergrund besonders attraktiv, insbesondere weil der industrielle Tiefseebodenbergbau nun kurz vor der Operationalisierung steht.

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Wasserstoff: Eine zukunftsfähige Option für die Energiebeziehungen zwischen der EU und Russland?

Die Europäische Union und viele Mitgliedsstaaten setzen auf grünen Wasserstoff aus erneuerbarem Strom, um die Dekarbonisierung in verschiedenen Sektoren voranzutreiben und so ihre Klimaziele bis 2050 zu erreichen. Dazu hat die Europäische Kommission im Juli 2020 eine neue Wasserstoffstrategie verabschiedet. Grüner Wasserstoff soll ein wesentlicher Bestandteil des europäischen Energiesystems werden und bis 2050 großflächige Anwendung in den Bereichen der Energiespeicherung, des Schwerlasttransports, Flug- und Schiffsverkehrs und der energieintensiven Industrie finden – in diesen Bereichen sind die Möglichkeiten der direkten Elektrifizierung begrenzt. Um einen Markthochlauf für Wasserstoff zu ermöglichen werden jedoch auch alternative Herstellungsverfahren für klimafreundlichen Wasserstoff aus fossilen Brennstoffen in Erwägung gezogen.

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Weniger Panik, mehr Dynamik – welche Rolle spielt das Framing für den Klimaschutz?

Erinnern Sie sich noch an den Wirtschaftskongress 2019 in Davos? „I want you to panic. I want you to feel the fear I feel every day. And then I want you to act“ – das war der Appell Greta Thunbergs an die Anwesenden, und an den Rest der Welt. Fast zwei Jahre nach diesem eindrucksvollen Auftritt feiert nun die Staatengemeinschaft den fünfjährigen Geburtstag des Pariser Klimaabkommens. Im Mittelpunkt der Feierlichkeiten stehen die Updates der national festgelegten Beiträge (NDCs) der einzelnen Vertragsstaaten, die für dieses Jahr erwartet werden. Bisher ist die Bilanz eher karg: Nur 21 von 197 Staaten haben ihre neuen oder überarbeiteten Pläne abgegeben, darunter fast keiner der großen Emittenten, von konkreten Klimaschutzmaßnahmen ganz zu schweigen.

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US-Umfrage: Wie Narrative die Verhaltensänderungen zu einer nachhaltigen Ernährung beeinflussen

Die Nahrungsmittelproduktion und -konsum sind wichtige Ansatzpunkte, um einen Wandel der Gesellschaft zu mehr Nachhaltigkeit umzusetzen. Denn die Nahrungsproduktion trägt in hohem Maße zu einer ganzen Reihe von Umweltproblemen bei: Klimawandel, Biodiversitätsverlust, Wasserübernutzung, Luft- und Wasserverschmutzung. Darüber hinaus verursacht ungesunde Ernährung jedes Jahr weltweit chronische Krankheiten und Millionen von vorzeitigen Todesfällen. Ein Zusammenhang zwischen diesen beiden, nicht nachhaltigen Trends ist der hohe Konsum von tierischen Produkten - Fleisch, Milch, Eier, Backwaren und so weiter - vor allem in Industrieländern, aber auch zunehmend in Entwicklungsländern. Daher können Bemühungen, die Ernährung mit hohen Anteilen an tierischen Produkten größtenteils auf eine rein pflanzliche umzustellen, vielfachen Nutzen für die Nachhaltigkeit bringen.

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Der Amazonas und der Klimawandel

Kann die Klimaschutzpolitik den Amazonas „retten“?

Diese Sorge um den Amazonas ist im internationalen Klimadiskurs weit verbreitet. In der Tat ist die „Rettung“ des Amazonas zum Wohle des Klimas unter Klimapolitikerinnen und -politikern und Forschenden gleichermaßen zu einem Sammelruf geworden. In diesem Beitrag möchte ich zeigen, dass die Eindämmung der Entwaldung im Amazonasgebiet zwar zweifellos bedeutsam ist, dass es allerdings problematisch ist, die Herausforderung als eine Mission zur „Rettung“ des Amazonas zu formulieren, um den Klimawandel zu bekämpfen.

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Das Aus fürs Dessert nach Joghurt-Art – Warum eine neue EU-Regelung eine schlechte Nachricht für den Planeten ist

Nachhaltige Ernährungsgewohnheiten der Verbraucherinnen und Verbraucher zu fördern, ist eines der wichtigsten Ziele der EU-Strategie „Farm to Fork“. Dieses Ziel wird durch eine kürzlich vom EU-Parlament verabschiedete Änderung verwässert, die strenge Beschränkungen für die Beschreibung und Vermarktung von Alternativen zu Milchprodukten vorsieht.

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Der brasilianische Amazonas-Deal: Zwischen Schutz und Entwicklung

Die brasilianische Geografin Bertha Becker definiert den Amazonasraum als die älteste Peripherie des kapitalistischen Weltsystems. Die koloniale Besetzung, die als ‚Grenzwirtschaft‘ bezeichnet wurde, basiert auf der kontinuierlichen Einverleibung von Landgebieten und der Ausbeutung ihrer Ressourcen. Dabei werden sowohl Land als auch Ressourcen als unbegrenzt angesehen. Diese Perspektive existiert seit Jahrhunderten und wird bis heute von Brasilien reproduziert. Um die wachsende Nachfrage nach Rohstoffen zu bedienen, wurde dem Wald von außen ein niedriger Wert beigemessen, der nichts mit seinen eigentlichen Leistungen zu tun hat. Diese Haltung befördert Waldzerstörung und ist nicht nachhaltig. Ein Modell für eine nachhaltige Entwicklung des Amazonasraums wäre jedoch realisierbar und könnte ein wesentlicher Bestandteil der Bemühungen zur wirtschaftlichen Erholung Brasiliens nach der Pandemie sein.

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Die Corona-Pandemie: Lehrstück für systemische Krisen

Die Corona-Krise ist eine globale Krise. Im Krisenmodus zeigt sich, welche Veränderungen möglich sind, um die Pandemie zu bekämpfen. Wer jedoch auf den Klimawandel blickt, auf Dürren, Rekordtemperaturen und schmelzende Gletscher, registriert ein ganz anderes Szenario. Seit über 30 Jahren wird vor der Klimakrise gewarnt, trotzdem werden keine drastischen Maßnahmen ergriffen. Wie kommt es, dass zwei so ähnliche Krisen so unterschiedlich wahrgenommen und bewältigt werden? Mit seiner Bachelorarbeit in Form eines Videos versucht John Mio Mehnert, dafür Erklärungen zu liefern.

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Bilanzexterne Fiskalagenturen können die grüne Transformation finanzieren

In den vergangenen Jahren mehren sich die Stimmen, Zentralbanken zu Vorreitern der Nachhaltigkeitstransformation zu machen. Ist das die beste Idee – oder gibt es Alternativen? In dem von Andrei Guter-Sandu und Steffen Murau verfassten Blogpost stellen die Autoren eine Alternative vor und reflektieren sie die Implikationen, die ihr Vorschlag für die „grüne Transition“ hin zu einer nachhaltigeren Wirtschaft hat. Er nimmt Bezug auf ein Essay veröffentlicht in der "Wirtschaftswoche" zur Demokratisierung der Eurozone.

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Es ist an der Zeit, gesellschaftliche Belange in Energiemodellen zu berücksichtigen

Am 7. Oktober stimmte das Europäische Parlament für ein ehrgeizigeres Klimaziel: Bis 2030 will die EU die Treibhausgasemissionen 60% gegenüber 1990 reduzieren. Bislang waren lediglich 40% Einsparungen geplant gewesen. Politische Entscheidungsfindung und Planungsentscheidungen im Hinblick auf dieses Ziel sind nicht einfach und es stellt sich die Frage: Wie können wir die erforderliche gesellschaftliche und politische Akzeptanz für eine vollständige Dekarbonisierung unserer Energiesysteme erreichen? Energiemodelle sind zwar in der Lage, die Wege zu einem dekarbonisierten Energiesystem zu untersuchen, aber sie vernachlässigen meist die sozialen und politischen Dimensionen der Energiewende. Um eine realistischere, relevantere und nachhaltigere Entscheidungshilfe zu bieten, ist es an der Zeit, dass die Energiemodellierer*innen soziale Belange in ihre Modelle integrieren.

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