Das Laboratorium für die nachhaltige Energiewende entwickelt ein neues Konzept für die Modellierung von Energiesystemen.
Das Laboratorium für die nachhaltige Energiewende entwickelt ein neues Konzept für die Modellierung von Energiesystemen. Adobe Stock/sdecoret

Headline: Das Laboratorium für die nachhaltige Energiewende (SENTINEL)

Dauer:
bis

Die Wende zu einem kohlenstoffarmen Energiesystem erfordert eine umfassende Umgestaltung des Energiesystems, die erneuerbare Energiequellen in den Mittelpunkt rückt. Die bestehenden Energiesystem-Planungsmodelle sind nicht in der Lage, die Energiewende erfolgreich zu steuern. Denn sie erfassen die technologischen, geografischen, gesellschaftlichen und politischen Details nicht hinreichend, die für die Umgestaltung eines Energiesystems rund um erneuerbare Energien wichtig sind.

So können die bestehenden Modelle nicht gut mit Akzeptanzfragen umgehen (z.B. öffentliche Akzeptanz für Windräder und Stromleitungen oder politische Akzeptanz für Förderregime). Dabei verlangsamen diese zunehmend den Einsatz der Erneuerbaren und lenken die Politik in ganz Europa in eine andere Richtung. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Europa ein neues Rahmenkonzept für die Modellierung von Energiesystemen entwickelt, das auf die Notwendigkeit eingeht, diese Systeme rund um nicht-fossile Energiequellen grundlegend umzugestalten. Bestehende Energiemodelle einfach auszuweiten, um diese Details zu erfassen, würde sie noch komplexer und intransparenter machen, als sie es ohnehin schon sind.

Das Laboratorium für die nachhaltige Energiewende (SENTINEL) wird einen Modellierungsrahmen entwickeln und kostenlos zur Verfügung stellen, der verschiedenste Akteure bei den kritischen Entscheidungen unterstützt, vor denen sie nun stehen. Das SENTINEL-Rahmenkonzept unterscheidet sich grundlegend von den derzeit gebräuchlichen Modellen: Es stellt die Bedürfnisse der Nutzerinnen und Nutzer - die durch weitreichende Zusammenarbeit mit Akteuren identifiziert wurden - in den Mittelpunkt der Modellentwicklung. Entscheidend ist, dass es spezifisch für erneuerbare Energiesysteme geschaffen wurde - und ihre besonderen zeitlichen, geografischen und kontextbezogenen Fragestellungen berücksichtigt -, statt sich mit einer Adaption zu begnügen, die für die Integration eines wachsenden Anteils erneuerbarer Energien in fossile Systeme sorgen soll. Zudem wird SENTINEL anders als viele der monolithischen Modelle, die derzeit in Gebrauch sind, eine Plattform bieten, auf der eine Reihe hochspezialisierter Modelle, abgestimmt auf die Bedürfnisse der Nutzer, miteinander verknüpft werden können. Alle Modelle und Daten werden auf einer Online-Plattform zur Verfügung stehen.