Headline: Der Ansatz des IASS

Die Welt, in der wir leben, ist von einem rasanten Wandel geprägt. Jemand, der zu Beginn des 20. Jahrhundert gelebt hat, würde sich heute kaum mehr zurechtfinden. Elektrische Antriebe, Internet, Computer, Düsenflugzeuge und Roboter sind nur einige der modernen Begleiterscheinungen dieses Wandels. Oft sind wir diesen Entwicklungen passiv ausgesetzt, andere werden bewusst von Menschen und Gesellschaften geplant und vorangetrieben. In diesem Fall sprechen wir von Transformationen.

Eine für die Zukunft der Menschheit besonders bedeutsame, ja lebenswichtige Transformation ist die Gestaltung unserer Lebensweisen nach den Grundsätzen der nachhaltigen Entwicklung. Damit ist die Entwicklung zu einer ökonomisch und ökologisch verträglichen sowie ethisch vertretbaren Wirtschafts- und Gesellschaftsform gemeint, bei der die kommenden Generationen nicht schlechter gestellt sein dürfen als die Generationen, die heute leben. Wichtige Ziele in diesem Konzept der Nachhaltigkeit sind der Schutz von Umwelt und Klima, der Erhalt der Grundlagen für eine effiziente Versorgung aller Menschen mit Gütern und Dienstleistungen und ein friedliches und faires, vom Gemeinwohl geprägtes Sozialwesen.

Wofür steht das IASS?

Das Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung (IASS) ist diesen Zielen verpflichtet. Es hat die Aufgabe, Transformationen in Richtung Nachhaltigkeit durch eigene Forschungsarbeiten zu unterstützen. Dabei geht es zum einen um politisch wirksames Wissen zu den notwendigen Grundlagen einer nachhaltigen Lebensweise (Sachwissen), zum anderen geht es um die Erfolgsbedingungen, unter denen politische Prozesse zum Erreichen einer nachhaltigen Gesellschaft führen (Prozesswissen).

Zum Beispiel trägt das durch Forschung gewonnene Sachwissen des Instituts zur Schadstoffbelastung der Luft dazu bei, dass Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger in Wirtschaft und Politik gemeinsam mit Fachleuten Programme zur Verbesserung der Luftqualität und damit zu einer gesunden und ökologisch verträglichen Lebensweise entwickeln und umsetzen. Im Sinne des Prozesswissens arbeitet ein Wissenschaftsteam am IASS an neuen politischen Verfahren, die sicherstellen, dass die Lebensbedingungen künftiger Generationen schon heute angemessenen Eingang in die Entscheidungsprozesse der Gegenwart finden.

An welchen Fragen und Themen arbeitet das IASS?

Als Ausgangspunkte für die Forschungsprojekte des IASS dienen vor allem die zentralen internationalen und nationalen politischen Nachhaltigkeitsvereinbarungen wie die Agenda 2030, das Pariser Klimaabkommen und die Beschlüsse zur Energiewende. Die dort enthaltenen Zielvorgaben werden kritisch reflektiert, auftretende Zielkonflikte und Ungereimtheiten identifiziert und mögliche Lösungsansätze gemeinsam mit anderen Akteuren ausgearbeitet.

So arbeitet ein Forschungsteam am IASS an Lösungsansätzen zur weiteren Gestaltung der Energiewende. Im Mittelpunkt steht hier die Erarbeitung von politischen Handlungsoptionen, die in gleicher Weise ökologische, ökonomische, juristische und soziale Folgen berücksichtigen und mögliche negative Nebenwirkungen minimieren. Ein anderes Beispiel betrifft den Schutz der Ozeane: Hier hilft das IASS den internationalen Behörden, eine Gesetzgebung zu entwickeln, die sachlich fundiert ist und dem Ziel dient, die Weltmeere umfassend vor Verschmutzung und Übernutzung zu schützen.

Diese Beispiele zeigen, wie das IASS konkrete Transformationsprozesse analysiert, aber auch aktiv mitgestaltet. Adressaten der Projekte sind Wissenschaft, Politik, Verwaltung, Zivilgesellschaft und Wirtschaft. Geleitet wird die Arbeit des Instituts von zwei zentralen Fragen:

  • Wissen und demokratisches Regieren im Anthropozän: Was sind Bedingungen für gelingende Nachhaltigkeitstransformationen?
  • Design und Begleitung von Nachhaltigkeitstransformationen: Wie können und wie sollten Transformationsprozesse gestaltet und unterstützt werden?

Das IASS befasst sich mit vielfältigen Feldern der Nachhaltigkeit, die es exemplarisch erforscht. Schwerpunkte sind dabei zurzeit die Themen Energiewende, Klimaschutz, Verbesserung der Luftqualität, die Analyse von Regulationsprozessen im Bereich der Ozeane und Arktis, der Umgang mit globalen Risiken, die Potenziale neuer demokratischer Entscheidungsverfahren unter Einbeziehung von relevanten Akteuren, einschließlich der betroffenen Bevölkerung, und die Rolle von Narrativen und Lebensstilen der Menschen angesichts der Notwendigkeit, auch das eigene Verhalten nach den Bedingungen einer nachhaltigen Lebensweise auszurichten.

Wie geht das IASS vor?

Das IASS ist ein Gastgeber für jene, die unsere Zukunft gestalten wollen – und gestaltet sie selbst aktiv mit. Es bringt die verschiedenen Parteien zusammen und trägt  mit Sach- und Prozesswissen dazu bei, Transformationen effektiv und für alle gewinnbringend voranzubringen. Nicht Belehrung steht im Vordergrund, sondern Hilfestellung für Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger in Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft, um die notwendigen Entscheidungs- und Umsetzungsprozesse so zu gestalten, dass der Weg in eine nachhaltige Zukunft gelingt. Denn nur dann haben wir und folgende Generationen Aussicht auf eine lebenswerte Welt.