Ein Kreuzfahrtschiff fährt am Monacobreen-Gletscher in Svalbard, Hohe Arktis, entlang.  Die neue Zugänglichkeit der Arktis und damit verbundene Nutzungsmöglichkeiten wie Schifffahrt und Tourismus bringen neue Gefahren mit sich.
Ein Kreuzfahrtschiff fährt am Monacobreen-Gletscher in Svalbard, Hohe Arktis, entlang. Die neue Zugänglichkeit der Arktis und damit verbundene Nutzungsmöglichkeiten wie Schifffahrt und Tourismus bringen neue Gefahren mit sich. Gary Bembridge, wikimedia commons

Headline: Umweltleitlinien deutscher Arktispolitik: Ökologisch nachhaltige Nutzung mit hohen Umweltstandards in der Arktis

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Steigende geopolitische und geoökonomische Bedeutung der Arktis

Durch den drastischen Rückgang des arktischen Meereises wächst die geopolitische und geoökonomische Bedeutung der Arktis für Deutschland, die Europäische Union und die internationale Gemeinschaft. Die Auswirkungen der Eisschmelze auf die Meeresumwelt und die Lebensbedingungen der Menschen sind bereits deutlich sichtbar und führen zu einem Wandel der gesamten Region. Die sich daraus ergebenden neuen Möglichkeiten der Nutzung, zum Beispiel für die Schifffahrt durch die Passierbarkeit von Nordwest- und Nordostpassage, die Rohstoffgewinnung, die Fischerei und den Tourismus sind mit Gefahren verbunden. So werden die Übernutzung der Fischbestände, die Meeresverschmutzung durch Einbringen von Chemikalien bei der Förderung von Rohstoffen oder durch Ölunfälle immer mehr zum Problem.

Umsetzungsstrategien für eine ökologisch nachhaltige Arktispolitik

Aufbauend auf den "Leitlinien deutscher Arktispolitik" von 2013, werden im Rahmen dieses Vorhabens fachlich-strategische Konzepte und Umsetzungsstrategien für eine ökologisch nachhaltige Arktispolitik mit hohen Umweltstandards erarbeitet. Die Umweltleitlinien sollen eine fachlich fundierte Koordinierung der umweltrelevanten Grundsatzfragen und Themenfelder zur Arktis stützen. Dazu sollen die Arktis-Leitlinien der Bundesregierung mit konkreten Zielsetzungen für deutsche Handlungsoptionen und Einflussmöglichkeiten zum Umweltschutz in der Arktis unterfüttert werden. Das Vorhaben orientiert sich dabei an den folgenden umweltrelevanten Themen: Umweltauswirkungen intensivierter Schifffahrt, Luftverschmutzung, Schutz vor Ölverschmutzung aus Schiffsbetrieb oder Havarie, Schutz der biologischen Vielfalt/Artenschutz, Einschleppung nicht-heimischer Arten und Einsetzung neuer Meeresschutzgebiete. Darüber hinaus analysieren die Forscherinnen und Forscher auch die umweltrelevanten Themen Unterwasserlärm, Meeresvermüllung und Tourismus. Als Ergebnis des Vorhabens erarbeiten sie neben den Umweltleitlinien vertiefte Themenpapiere zu den drei Themen Umweltauswirkungen der Schifffahrt in der Arktis, Weiterentwicklung des Polar Codes und Tourismus in der Arktis. Zudem findet im Herbst 2018 ein zweitägiger Workshop zur Stärkung des Themas Arktisschutz in der öffentlichen Wahrnehmung und zur Diskussion der Ergebnisse des Vorhabens mit der interessierten Fachöffentlichkeit statt.