Headline: Governance

Um die Umwelt und menschliche Lebenswelten nachhaltig zu gestalten, braucht es entsprechende Rahmenbedingungen. Diese werden zunehmend zwischen Politikern, Bürgern, Unternehmen und zivilgesellschaftlichen Organisationen ausgehandelt.

Das IASS untersucht und begleitet Governance-Prozesse, die auf eine nachhaltige Nutzung planetarer Ressourcen und ein gutes Leben abzielen. Zum einen nehmen die Wissenschaftler bestehende Rahmenwerke wie das Pariser Klimaabkommen in den Blick und untersuchen ihren Inhalt sowie die praktische Umsetzung auf ökologische, soziale und ökonomische Nachhaltigkeitseffekte hin. Dabei analysieren sie zum Beispiel die neuen Dynamiken des UNFCCC-Klimaregimes nach dem Paris-Abkommen oder die Sozialverträglichkeit von großen Strukturveränderungen wie der Energiewende.

Zum anderen wird erforscht, welche Rolle verschiedene Formen der Teilhabe – zum Beispiel Bürgerbeteiligung, wirtschaftliche Mitbestimmung oder aber Protest – in der Ausgestaltung von Rahmenwerken und im Austragen von Konflikten haben. Welchen Einfluss hat Teilhabe in der Entscheidungsfindung? Und umgekehrt: Wie verändern politische Strukturen, Prozesse und Inhalte, die auf gesellschaftlichen Wandel hinwirken sollen, verschiedene Formen und Bereiche der Teilhabe?

Darüber hinaus beteiligt sich das IASS auch selbst an transnationaler Politik. So bringt sich das Institut in die politische Gestaltung der Governance von Ozeanen, Böden und der Arktis ein und begleitet diese wissenschaftlich. Dabei wird bestehendes Wissen im Dialog mit beteiligten Akteuren ergänzt und weiterentwickelt. Ziel ist ein gemeinsamer Lernprozess, bei dem das IASS auch die Rolle der Wissenschaft reflektiert.

Dossiers

Agenda 2030, SDGs und die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie Dossier

Mit der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung drückt die internationale Staatengemeinschaft ihre Überzeugung aus, dass sich die globalen Herausforderungen nur gemeinsam lösen lassen. Die Agenda schafft die Grundlage dafür, weltweiten wirtschaftlichen Fortschritt im Einklang mit sozialer Gerechtigkeit und im Rahmen der ökologischen Grenzen der Erde zu gestalten.

News

EU-Expertin im Interview

„In vielen Ländern wurden die SDGs zur Chefsache“

Die Europäische Union (EU) sortiert sich neu und ringt um die Spitzenpositionen. Wie es auch ausgeht, Nachhaltigkeitspolitik dürfte eine stärkere Rolle spielen. Nun wird die EU beim UN High-Level Political Forum erstmals über die SDGs berichten. Senior Fellow Ingeborg Niestroy befasst sich seit zwanzig Jahren mit EU-Nachhaltigkeitspolitik und hat gerade bei diesem globalen Forum die Wissenschaftsplattform Nachhaltigkeit 2030 vom IASS vorgestellt. Ein Gespräch über eine von ihr geleitete Analyse zur Nachhaltigkeitsstrategie aller EU-Länder.

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Studie zur Luftqualität beim Radfahren in urbanen Ballungsräumen

„Dicke Luft“ auf Radwegen in Städten

Luftverschmutzung ist eine globale Herausforderung, die jährlich Millionen vorzeitige Todesfälle verursacht. In städtischen Ballungsräumen ist die Luftbelastung besonders hoch. Ein Team vom IASS untersucht die Schadstoffkonzentrationen von Städten und welche Faktoren die Luftqualität beeinflussen. Es sind Empfehlungen für die Stadt- und Verkehrsplanung entstanden, die aber auch für Bürgerinnen und Bürger interessant sind.

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Im Interview

Energiewende: Populismus ist der Worstcase

Der Übergang zu einer emissionsfreien Wirtschaft wird Rivalitäten entstehen lassen und Gewinner und Verlierer hervorbringen. Wie könnten die Szenarien aussehen? Ein Team von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern hat im Rahmen des „Geopolitics and Energy Transformation 2030-Projektes“ (GET 2030) der Stiftung Wissenschaft und Politik untersucht, welche verschiedenen Entwicklungen der globalen Energiewende denkbar sind und wie sie sich auf die Geopolitik auswirken könnten. Das Ergebnis hat ein Team um Prof. Andreas Goldthau in der Zeitschrift „Nature“ kommentiert. Goldthau erläutert im IASS-Gespräch die denkbaren Szenarien.

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Blog Posts

Strukturwandel und Nachhaltigkeit müssen zusammen gehen

Das Bundeskabinett will mit dem Strukturstärkungsgesetzes den Kohlerevieren in Deutschland Bundesmittel in Höhe von 40 Milliarden Euro in Aussicht stellen. Zusätzlich soll ein Sofortprogramm über 260 Millionen Euro kurzfristig Projekte anschieben. Die Wirkung dieser Mittel wird aber überschaubar bleiben, wenn Bund und Länder bei der Umsetzung des teuer erkauften Kohleausstieges nicht weitergehen als bisher angedacht.

Drei wesentliche Ziele drohen in den Hintergrund zu treten: Nachhaltigkeit ermöglichen, Regionales stärken, Transformation gestalten lernen.

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Die Geopolitik der Erneuerbaren. Eine neue, aber vertrackte Energiewelt

Mit dem schnellsten Wachstum unter allen Energiequellen im Stromsektor sind die Erneuerbaren im Begriff, das Energiesystem von Grund auf umzukrempeln. Es besteht die Hoffnung, dass die Energiewende bedeutende soziale und wirtschaftliche Vorteile bringt, wie nachhaltige und bezahlbare Energie für alle, grüne Arbeitsplätze, wachsenden Wohlstand und ein besseres Leben für alle. Die Dekarbonisierung kann aber auch einige rein politische Folgen haben. Mit diesem Themenkomplex hat sich eine hochrangige internationale Gruppe beschäftigt; das Ergebnis ihrer Arbeit ist in dem neuen Bericht A New World The Geopolitics of the Energy Transformation (Eine neue Welt: Die Geopolitik der Energiewende) der IRENA, der Internationalen Organisation für Erneuerbare Energien, nachzulesen.

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