Headline: Energie

Die Dekarbonisierung der Energieversorgung ist eine der wichtigsten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Der Energiesektor verursacht etwa zwei Drittel der globalen CO2-Emissionen. Der Ausbau einer kohlenstoffarmen Energieerzeugung aus erneuerbaren Quellen ist damit ein zentraler Ansatzpunkt für die Bekämpfung des Klimawandels. Ein steigender Anteil der erneuerbaren Energien führt zu weiteren positiven Auswirkungen, etwa einer Verbesserung der Luft- und Wasserqualität.

Eine solche Transformation des Energiesystems bedeutet aber auch einen tiefgreifenden Wandel für Wirtschaft und Gesellschaft. Denn das Energiesystem ist weit mehr als eine technische Infrastruktur: Die Energiewende bringt neue Organisationsformen wie Energiegenossenschaften hervor, sie verändert Landschaften, erfordert neue Lebens- und Verhaltensweisen und schafft neue Zuständigkeiten, Regulierungsanforderungen und Machtverteilungen. Deutschland gehört zu den Vorreitern in der Umsetzung einer Energiewende, aber viele andere Länder stehen vor ähnlichen Herausforderungen.

Das IASS untersucht die tiefgreifenden Veränderungsprozesse der Energiewende in verschiedenen Projekten und erarbeitet Lösungen, wie diese nachhaltig gestaltet werden können. Der gemeinsame Ansatzpunkt liegt hierbei auf der Verknüpfung von technischen Innovationen, neuen Organisations- und Geschäftsmodellen, staatlichen Steuerungsanforderungen sowie angepassten Verhaltensformen und Lebensstilen. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Erforschung der sozialen Dimension der Energiewende sowie auf der Bewertung von sozio-technischen Gestaltungsoptionen für eine kohlenstoffarme Wirtschaft. Ein weiterer Arbeitsschwerpunkt ist die internationale Dimension der Energiewende. Dabei steht die internationale Rolle Deutschlands als möglicher Treiber einer globalen Energiewende im Vordergrund. Die Wissenschaftler forschen zu zentralen Prozessen wie den Impulsen der G20-Länder für den weltweiten Umbau der Energieversorgung und zu Entwicklungen in wichtigen Schwellenländern.

Dossiers

Stromtransport der Zukunft

Supraleitung Dossier

Der Ausbau erneuerbarer Energiequellen wird in den kommenden Jahrzehnten entscheidend dazu beitragen, unsere Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu reduzieren und unser Energiesystem nachhaltiger zu gestalten. Allerdings wird Strom aus erneuerbaren Energien vor allem dort erzeugt, wo diese reichlich vorhanden sind: Windenergie auf dem offenen Meer und Solarenergie in sonnenreichen Gegenden – weit entfernt also von den Verbrauchszentren. Daher macht der Ausbau der erneuerbaren Energien die Verlegung neuer Leitungen nötig. In Deutschland ist die Erweiterung der Stromnetze eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg der Energiewende.

Neue Technologien nutzen Kohlenstoffdioxidemissionen

CO₂: Vom Abfall zum Rohstoff Dossier

Die Wirtschaftsweise und das Konsumverhalten in entwickelten Ländern basieren gegenwärtig vor allem auf der Nutzung fossiler Rohstoffe, deren Abgase maßgeblich für den vom Menschen verursachten Klimawandel verantwortlich sind. Die Vermeidung von Kohlenstoffdioxid-Emissionen ist und bleibt die wichtigste Maßnahme, um die menschlichen Auswirkungen auf das Klima zu reduzieren. Zusätzlich kann es jedoch sinnvoll sein, das Treibhausgas Kohlenstoffdioxid (CO2) als eine Kohlenstoffquelle zu betrachten. Seit einigen Jahren erforschen Wissenschaftler die sogenannten „Carbon Capture and Utilisation (CCU)“-Technologien. Deren Ziel ist es, das in Abgasen enthaltene CO2 für die Industrie als Rohstoff wieder nutzbar zu machen.

News

G20-Gipfel

Nachhaltige Energie für alle – mit mehr internationaler Zusammenarbeit

Die G20-Staaten sind für etwa 80 Prozent der aktuellen CO2-Emissionen verantwortlich. Es liegt damit auf der Hand, dass sie eine besondere Verantwortung haben, die Treibhausgasemissionen zu reduzieren und den Umstieg auf Erneuerbare Energien zu fördern. Die Staats- und Regierungschefs der G20 Länder sollten sich beim Gipfel vom 28. bis 29. Juni in Osaka dieser Verantwortung stellen.

Mehr erfahren
IASS Policy Brief

Strukturwandel und Mobilität: Zwei Herausforderungen für Brandenburg

Brandenburg steht im Jahr 2019 vor großen Herausforderungen und wichtigen Entscheidungen. Die Landtagswahl wird die politischen Kräfteverhältnisse verändern. Brandenburg hat aber auch besondere Ressourcen und Chancen, die für die aktive Zukunftsgestaltung genutzt werden können. Ein IASS Policy Brief gibt Empfehlungen für „Strukturwandel und Mobilität: Zwei Herausforderungen für Brandenburg“.

Mehr erfahren

Blog Posts

Nationale Klimaschutzbeiträge

Die Kernkonflikte neuer internationaler Marktmechanismen

Die unter dem Pariser Abkommen festgelegten nationalen Klimaschutzbeiträge (NDCs) vieler Länder sind an konkrete Voraussetzungen geknüpft. Damit hängt das Erreichen des 1.5°C-Ziels am Erfolg einer Neuausrichtung der Klimafinanzierung. In diesem Zusammenhang wurden viele Hoffnungen auf neue Marktmechanismen geknüpft. Dennoch waren Kernpunkte des neuen CO2-Handelssystems auf der UNFCCC in Bonn stark umstritten, nicht zuletzt aufgrund ihrer politischen und wirtschaftlichen Auswirkungen.

Mehr erfahren

Strukturwandel und Nachhaltigkeit müssen zusammen gehen

Das Bundeskabinett will mit dem Strukturstärkungsgesetzes den Kohlerevieren in Deutschland Bundesmittel in Höhe von 40 Milliarden Euro in Aussicht stellen. Zusätzlich soll ein Sofortprogramm über 260 Millionen Euro kurzfristig Projekte anschieben. Die Wirkung dieser Mittel wird aber überschaubar bleiben, wenn Bund und Länder bei der Umsetzung des teuer erkauften Kohleausstieges nicht weitergehen als bisher angedacht.

Drei wesentliche Ziele drohen in den Hintergrund zu treten: Nachhaltigkeit ermöglichen, Regionales stärken, Transformation gestalten lernen.

Mehr erfahren