CO2 kann als Rohstoff in industriellen Prozessen eingesetzt werden, etwa bei der Herstellung von Baustoffen und Chemikalien.
CO2 kann als Rohstoff in industriellen Prozessen eingesetzt werden, etwa bei der Herstellung von Baustoffen und Chemikalien. istock/vm

Headline: Identifikation und Analyse vielversprechender Technologien der Kohlenstoffdioxidnutzung

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Seit einigen Jahren erforschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verstärkt die Möglichkeiten, CO2 als Rohstoff in industriellen Prozessen einzusetzen, etwa bei der Herstellung von Baustoffen und Chemikalien. Manche Technologien des CO2-Recycling (Carbon Capture and Utilisation, kurz CCU) sind bereits weit entwickelt und können in absehbarer Zeit auf Industriemaßstab hochskaliert werden, andere sind noch im Labor- oder Pilotmaßstab. Die Generaldirektion für Klimaschutz (DG CLIMA) der Europäischen Kommission hat das Beratungsunternehmen Ramboll (Leitung), das IASS und die Universität Kassel mit der Erstellung einer Studie beauftragt, die vielversprechende Technologien im Bereich Kohlenstoffdioxidnutzung identifizieren und analysieren soll. Auch Aspekte der Regulierung sind in die Analyse mit einbezogen.

Welche CCU-Technologien sollte die EU fördern?

Die Studie soll den Reifegrad und die weitere Entwicklung unterschiedlicher CCU-Technologien bewerten und Technologien identifizieren, die für eine Förderung durch einen ETS Innovation Fund der Europäischen Union und weitere Mittelgeber geeignet sein könnten. Zudem untersuchen die Forscherinnen und Forscher die bisherigen Regulierungen zu CCU-Technologien in der EU. Sie wollen feststellen, wie diese geändert oder ergänzt werden könnten, um einen größeren Beitrag dieser innovativen Technologien zum Klimaschutz zu ermöglichen. Ein wichtiger Aspekt ist auch die Einbindung verschiedener Interessengruppen, um das Verständnis der Technologien und ihres legislativen Umfelds zu fördern.
Die Umsetzung dieser Ziele erfolgt in drei Arbeitspaketen:

  • Die Bewertung der Technologien erfolgt hauptsächlich auf der Basis bereits veröffentlichter Untersuchungen. Aufgrund der eingeschränkten Verfügbarkeit der notwendigen Daten werden diese durch Interviews und schriftliche Datenerhebungen bei Stakeholdern und in der Industrie ergänzt.
  • Die Analyse des gesetzlichen Umfelds baut auf den Ergebnissen der Technologie-Bewertung auf, indem sie Fallstudien zu den am positivsten eingeschätzten Technologieanwendungen erarbeitet. Auch hierbei beziehen die Forscherinnen und Forscher neben den Vorschriften und Gesetzen die Ansichten und Meinungen von Stakeholdern ein.
  • Das Stakeholder-Engagement begleitet das gesamte Projekt und trägt zu allen Teilen der Studie bei. Einerseits werden hiermit Datenlücken gefüllt, andererseits besteht dadurch auch die Möglichkeit für unterschiedliche Bezugsgruppen, sich in die relevanten Gesetzgebungsprozesse der EU einzubringen.

Mit der Studie beraten die Wissenschaftler die Europäische Kommission/DG CLIMA bei der Entscheidung, ob und wie CCU-Technologien stärker zum Klimaschutz beitragen können und in der Zukunft gefördert werden sollten.