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Headline: Vom Wissen zum Handeln: Empfehlungen für den Wandel zur Nachhaltigkeit

Eine Woche lang haben 15 renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Potsdam über die internationalen Fortschritte und den Handlungsbedarf bei der Umsetzung der UN-Nachhaltigkeitsziele diskutiert. Herausgekommen sind neue Erkenntnisse und Empfehlungen für eine wirksamere Nachhaltigkeitspolitik.

Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Global Sustainability Strategy Forum bei der Gruppenarbeit.
Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Global Sustainability Strategy Forum bei der Gruppenarbeit. IASS/Bianca Schröder

Die erste Tagung des Projektes „Global Sustainability Strategy Forum“ (GSSF), das vom IASS und der Arizona State University organisiert und von der VolkswagenStiftung gefördert wird, brachte Nachhaltigkeitsexpertinnen und -experten aus alle Erdteilen, von Südamerika bis Australien, zusammen. Die Schirmherrschaft der Veranstaltung hatte die ehemalige Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth inne. Sie nahm einen Tag lang an den Diskussionen teil und brachte ihre Erfahrungen mit dem Mehrebenensystem der Politik ein: Für den Wandel zur Nachhaltigkeit brauche es Engagement auf allen Ebenen, von der persönlichen bis hin zur globalen, legte sie den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ans Herz.

Wissenschaft soll nicht nur abstraktes Wissen erzeugen, sondern der Politik den Weg ebnen

Die Verknüpfung von Politikebenen, aber auch der verschiedenen Politikressorts sei ein wichtiges Thema des Forums gewesen, erläuterte IASS-Direktor Ortwin Renn: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer hätten Einigkeit darin gezeigt, dass Wirtschaftspolitik, Sozialpolitik und Umweltpolitik sehr viel stärker zusammengedacht werden müssten – „sonst optimiert man das eine auf Kosten des anderen“. Zudem arbeitete die Gruppe an Konzepten,  wie man die einzelnen Schritte von der Erkenntnis bis zum Handeln wissenschaftlich unterstützen kann. Die Wissenschaft, so ihre Überzeugung, solle nicht nur abstraktes Wissen erzeugen, sondern auch Prozesse und Verfahren vorschlagen, wie die Ziele der Nachhaltigkeit in jeder Region adressatengerecht umgesetzt werden können.  

Die Lösungsvorschläge des GSSF umfassen Reformkonzepte für die Aus- und Weiterbildung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Bereich Nachhaltigkeit, die Abkehr von Effizienz als dominantem Kriterium für die Beurteilung von  kollektiv verbindlichen Entscheidungen sowie die Ergänzung demokratischer Institutionen durch langfristig denkende Organisationen wie Stiftungen. Der Bericht mit den konkreten Handlungsempfehlungen soll Ende April erscheinen. Zudem sind mehrere wissenschaftliche Veröffentlichungen geplant.

Inspiration und Respekt: Teilnehmer loben Gesprächsatmosphäre

Einhellig lobten Teilnehmerinnen und Teilnehmer die offene und konstruktive Gesprächsatmosphäre des Forums. „Selten habe ich an einem solch kollegialen und freundschaftlichen Gespräch teilgenommen, das geprägt war von persönlichem Engagement, dem Wunsch voranzukommen und dem Respekt vor den Beiträgen der anderen. Es war ein wirklich inspirierendes Ereignis für mich“, sagte Sander van der Leeuw, Professor für Anthropologie und Nachhaltigkeit an der Arizona State University. Für Belay Begashaw, Generaldirektor des Sustainable Development Goals Center for Africa, war die Tagung der Auftakt zu einer fruchtbaren Zusammenarbeit: „Ich habe viel gelernt und bin sicher, dass es von dieser wunderbaren Gruppe in Zukunft noch viel mehr zu lernen gibt.“

Die zweite Tagung des Global Sustainability Strategy Forum mit vielen der diesjährigen und einigen neuen Teilnehmerinnen und Teilnehmern findet im Herbst 2020 in Hannover statt.