Overline: SAPEA-Report
Headline: EU-Politik braucht wissenschaftliche Expertise

Die europäische Organisation SAPEA (Science Advice for Policy by European Academies) hat sich in ihrem neuen Bericht für die Wissenschaftsberatung der Politik ausgesprochen: Durch die Bereitstellung des besten verfügbaren Wissens werde die Politikgestaltung dabei unterstützt, globale und komplexe Herausforderungen wie etwa den Klimawandel anzugehen. Den Bericht erstellte eine internationale Arbeitsgruppe unter Vorsitz von Ortwin Renn vom Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung (IASS).

EU Politikberatung Shutterstock/ hlopex
Europäische Wissenschaftsakademien SAPEA stärken IASS-Ansatz der Politikberatung. Shutterstock/ hlopex

Die wissenschaftliche Beratung politischer Entscheidungsträger und -trägerinnen sei wichtiger denn je geworden, so lautet eine Botschaft des SAPEA-Berichts „Making Sense of Science for Policy Making“ (Wissenschaft für die Politikgestaltung sensibilisieren), an dem Vertreter und Vertreterinnen aller wissenschaftlichen Akademien der EU-Staaten beteiligt waren. Dies vor allem weil die Komplexität des Wissens ständig steige, welches zur Bewältigung wirtschaftlicher, sozialer und ökologischer Herausforderungen erforderlich sei.

Dazu zählen die Autoren des Berichts den demografischen Wandel, Fragen des Welthandels, internationale Marktstrukturen, grenzüberschreitende Umweltverschmutzung, die Digitalisierung oder auch Urbanisierung. Wissenschaftliche Expertise unterstütze eine effektive Politikgestaltung durch das beste verfügbare Knowhow, das genutzt werden könne, um ein bestimmtes Problem zu verstehen, politische Optionen zu generieren und zu bewerten.

Wissenschaft - wesentliches Element bei Entwicklung der EU-Politik

Professor Ortwin Renn, Direktor am IASS: „Wissenschaftliche Beratung für die Politikgestaltung ist sehr gefragt und dringend erforderlich. In der heutigen Welt der 'falschen Nachrichten' ist es von entscheidender Bedeutung, dass wir die besten verfügbaren Beweise überprüfen und sie den politischen Entscheidungsträgern und der Öffentlichkeit klar kommunizieren. Wo die Wissenschaft unsicher ist, müssen wir diese Unsicherheiten, Unklarheiten und Spannungen bewerten und erklären.  Wir leben in Demokratien, in denen die öffentliche Kontrolle und Rechenschaftspflicht von Wissenschaftlern und politischen Entscheidungsträgern unvermeidlich und sogar wünschenswert ist.“

Systematisch erarbeitetes Wissen sei entscheidend fürs Verständnis von Phänomenen und liefere Erkenntnisse, die helfen, die Probleme der Gesellschaft zu verstehen und anzugehen. Daher sei Wissenschaft ein wesentliches Element der künftigen Entwicklung europäischer Politik.