Headline: Zukünfte

Die Zukunft ist allgegenwärtig. Sie begegnet uns in wissenschaftlichen Berechnungen und in Begründungen von Politikmaßnahmen, sie ist der Gegenstand von Versicherungspolicen und von Finanzprodukten. Zukunftsbezüge, also die vielfältigen Vergegenwärtigungen von Zukunft in der Gegenwart, eröffnen und begrenzen Diskursräume und wirken somit sozial ordnungsstiftend.

Dabei stellt sich zum einen die Frage nach der konkreten Ausformung von Zukunftsbezügen und den Methoden, anhand derer sie hergestellt werden. Wie werden Zukünfte sozial und kulturell entwickelt, welche Methoden und Verfahren werden dafür eingesetzt und was sind die resultierenden sozialen Ordnungseffekte? Zum anderen erforscht das Institut, wie Zukunftsbezüge hergestellt werden können, die eine Transformation zur Nachhaltigkeit unterstützen: Wie kann Zukunft so vergegenwärtigt werden, dass die Berücksichtigung von Langfristfolgen stärker Eingang in die gegenwärtige politische und gesellschaftliche Praxis findet?

Besonders am Beispiel Climate Engineering untersucht das IASS-Forschungsteam, wie Zukünfte hergestellt und inszeniert werden, um Wirkmächtigkeit zu erlangen. Welche Vorstellungen sind dabei handlungsleitend, wie werden Unsicherheiten einbezogen und repräsentiert, was sind die Folgen an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Politik? In Bezug auf eine grundlegende Futurisierung in den Bereichen Politik, Ökonomie und Bildung untersuchen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, welche Möglichkeiten es gibt, um künftige Generationen in der politischen Praxis der Gegenwart sichtbar und hörbar zu machen. Außerdem wird den Fragen nachgegangen, welche Perspektiven für langfristig angelegte, nachhaltige Finanzinstrumente bestehen und wie Bildungsprojekte Menschen zu einer höheren Gewichtung der Zukunftsorientierung befähigen können.

Projekte

Sozialer Strukturwandel und responsive Politikberatung in der Lausitz

Wie wandelt sich die Lausitz, wenn der Braunkohleabbau endet? Welche Möglichkeiten für nachhaltige soziale und wirtschaftliche Dynamiken entstehen? Wie lässt sich der Wandel demokratisch und gerecht gestalten? Das Projekt erforscht diese Veränderungsprozesse und bietet politischen und gesellschaftlichen Akteuren an, sie darin zu begleiten.

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Climate Engineering in Wissenschaft, Gesellschaft und Politik

Auch mit einem ambitionierten Klimaschutz werden die Folgen des Klimawandels massiv zunehmen. Immer häufiger wird deshalb über Climate-Engineering-Maßnahmen diskutiert. Diese technischen Eingriffe in das Klimasystem werfen aber Grundsatzfragen auf, die Wissenschaft und Technik genauso betreffen wie Politik, Kultur und Ethik.

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Futurisierung von Politik

Atommüll, Klimawandel, Kohleabbau: Entscheidungen, die wir heute treffen, haben oft weitreichende Auswirkungen. Im Mittelpunkt des Projektes steht die Frage, wie gegenwärtiges Handeln in Politik, Gesellschaft und Wirtschaft demokratischer und nachhaltiger die Zukunft einbeziehen kann - und was nötig ist, um das zu erreichen.

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News

Sonderheft

Ein Planet, viele Zukünfte

Die Zukunft war von Anfang an ein wichtiger Bezugspunkt für nachhaltige Entwicklung. Schon die Idee der Nachhaltigkeit entstand aus der Erkenntnis, dass wir im Interesse künftiger Generationen schonend mit den Ressourcen unseres Planeten umgehen müssen. Eine Vielzahl von Akteuren entwickelt Ideen und Konzepte für die Zukunft und arbeitet an deren Umsetzung. Wer genau sind sie, welche Maßnahmen ergreifen sie und welche Art von Zukünften wollen sie herstellen? Diesen Fragen widmet sich ein Sonderheft der Zeitschrift „Sustainability Science“.

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Klimaverhandlungen

Stark betroffen, kaum gehört

Wer am stärksten unter dem Klimawandel leidet, sollte bei den internationalen Verhandlungen zum Thema vertreten sein. Wissenschaftler Patrick Toussaint vom Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung (IASS) hat diesen Zusammenhang aus völkerrechtlicher Perspektive analysiert. Sein Fazit zeigt: Diejenigen, die heute oder in absehbarer Zeit unter dem sich ändernden Klima leiden, haben kaum einen Einfluss auf die internationalen Klimaverhandlungen.

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Im Interview

Regierungsführung für künftige Generationen

Gegen die Klimapolitik ihrer Länder demonstrieren seit geraumer Zeit Jugendliche. Der mangelhafte Einsatz der Politik für effizienten Klimaschutz führe sie in eine nicht lebenswerte Zukunft, so die Kritik. Dabei schreitet Wales seit 2015 beispielhaft voran mit einem Gesetz, das der Mahnung der Fridays-for-Future-Jugend Rechnung trägt: Das Gesetz zum Wohlergehen künftiger Generationen. Es fordert von Entscheidungsträgern öffentlicher Stellen die langfristigen Auswirkungen ihrer Beschlüsse zu bedenken und stellt die nachhaltige Entwicklung in den Fokus.

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Blog Posts

Ausbeutung von Natur in Deutschland und Südamerika: Erfahrungsaustausch mit Aktivisten über Utopien und Widerstand

Gesellschaftliche Visionen entstehen heutzutage in der Regel aus praktischen Erfahrungen und dem Ausprobieren von Alternativen. Sie entwickeln sich oft im Widerstand gegen eine dominante Praxis, wie z.B. die Ausbeutung natürlicher Ressourcen oder Ideologien wie dem Entwicklungsbegriff. Im praktischen Ausprobieren wird deutlich, wie etwa eine für Natur und Menschen verträglichere Lebensweise aussehen kann und es werden Forderungen formuliert, was sich im System verändern müsste, damit diese progressiven Praktiken weite Verbreitung finden können. Dabei sind die Kontexte, die Ansätze und die Handlungsweisen radikal verschieden. Als Projekt Futurisierung von Politik hat es uns interessiert, wie ein Dialog zwischen Aktivistinnen und Aktivisten aus sehr unterschiedlichen Kontexten zum Thema Gesellschaftsvorstellungen aussehen kann und was sich aus diesem Austausch für die Entwicklung nachhaltiger Gesellschaften lernen lässt.

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Das Scheit und die Flamme: Was uns das Feuer über den Wandel zur Nachhaltigkeit lehrt

In regelmäßigen Abständen findet an verschiedenen Orten der Welt das „Green Me Global Festival for Sustainability“ statt. In den letzten Jahren inspirierte jeweils eines der Ele-mente Erde – Wasser – Luft das Motto, das die dort gezeigten Filme, Initiativen und Dis-kussionen verband. Auch das IASS war mit verschiedenen seiner Projekte beteiligt. Die 11. Ausgabe des Festivals wird im Oktober 2018 in Berlin stattfinden unter dem Titel „Action, Passion, Fire“. Das Element FEUER diente denn auch als Überschrift und Thema einer Dinner Speech, die ich am 3. Mai bei einer Veranstaltung für Sponsoren und Unterstützer des Festivals gehalten habe. Aus dieser Rede stammen die folgenden Gedanken zum Thema Feuer und Nachhaltigkeit.

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