Headline: Wie internationale Gäste ihr Leben in Potsdam beurteilen

Holländisches Viertel Potsdam
Das holländische Viertel in Potsdams Innenstadt zeugt von einer bewegten Geschichte der ehemaligen Residenzstadt. LHP/ Robert Schnabel

Potsdam ist nicht nur ehemalige Residenzstadt mit vielen Landschaftsparks und Schlössern, die zum Weltkulturerbe zählen. Potsdam ist auch internationaler Wissenschaftsstandort: Forschende aus der ganzen Welt kommen an die zahlreichen Forschungseinrichtungen und verbringen von vier Wochen über drei Monate bis zu einem oder mehreren Jahren in Brandenburgs Landeshauptstadt. Um mehr über diese internationalen Gastwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler Potsdams und ihre Bedürfnisse zu erfahren, wurde im Jahr 2017 die Arbeitsgruppe „Internationales Wohnen und Begegnen“ innerhalb der Stadtverwaltung gegründet. IASS-Mitarbeiterin Angela Borowski hat in der Arbeitsgruppe mitgearbeitet.

IASS: Wie kam die Stadtverwaltung darauf, Sie für diese Arbeitsgruppe anzusprechen?
Angela Borowski: Da ich im Fellow Programm des IASS mit internationalen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern arbeite, aber auch durch die Potsdam Summer School jedes Jahr mit Nachwuchsforschenden zu tun habe, die von allen Kontinenten zu uns nach Potsdam kommen, wurde ich zur Mitarbeit ermuntert. Die Idee war es, einen Fragebogen unter den „Internationals“ kursieren zu lassen, um mehr über Problemfelder zu erfahren. Denn die Landeshauptstadt möchte die Situation verbessern und Potsdam noch attraktiver machen.
   
Wie lief diese Umfrage ab?
A. B.: Zwischen dem 1. September und dem 30. November 2019 wurde unter 431 internationalen Studierenden sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus 75 Ländern eine Umfrage zu deren Lebenssituation durchgeführt. 82 Prozent der Befragten leben in Potsdam, 13 Prozent in Berlin und über drei Prozent im Potsdamer Umland. Es nahmen zu fast 40 Prozent Studierende an der Umfrage teil, knapp 32 Prozent waren Doktoranden, 19,2 Prozent Postdoktoranden und knapp sieben Prozent Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Bei fast 13 Prozent der Befragten leben Kinder oder Jugendliche mit im Haushalt.

Was war Ihre Rolle bei dieser Umfrage?
A. B.: Da ich die Situation von internationalen Gästen an den wissenschaftlichen Institutionen durch meine Arbeit sehr gut kenne, habe ich den Fragebogen mitentwickelt und in Englische übersetzt. Wie für die Potsdamerinnen und Potsdamer auch ist ein Hauptthema für internationale Gäste bezahlbaren, zentral gelegenen Wohnraum zu finden. Das wird oftmals noch verschärft durch deren kürzere Aufenthalte, was für eine Vermietung eher unattraktiv ist. Es ist aber auch wichtig, dass Begegnungen mit den „Einheimischen“ stattfinden können, damit die internationalen Gäste, nicht isoliert bleiben. Die Landeshauptstadt prüft derzeit schon, welche Möglichkeiten sich da noch bieten.  

Welche Themen beschäftigen die „Internationals“ in Potsdam noch?
A. B.: Von den Befragten wurde die Sicherheit und der Schutz vor Kriminalität sehr positiv bewertet, ebenso die Kinderbetreuung und Schulsituation. Das Potsdamer Nachtleben und das kulturelle Angebot wurden hingegen als eher bescheiden beurteilt. Außerdem war für über 80 Prozent der Befragten ein schneller Internetzugang ein entscheidendes Kriterium, während die Nähe zur jeweiligen Forschungseinrichtung eher nachrangig bewertet wurde, davor kamen gute Anbindung an die öffentlichen Verkehrsmittel, das eigene Bad und die eigene Küche sowie die nahe gelegenen Einkaufsmöglichkeiten.

Zur vollständigen Studie der Landeshauptstadt Potsdam

Video über die Potsdam Summer School 2019

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