Overline: PTDW Live Stream
Headline: Ask a Scientist zum CO2-Preis oder zur Energiewende

Die Potsdamer Tage der Wissenschaften 2021 präsentieren sich in diesem Jahr virtuell. Mehr als 30 wissenschaftliche Einrichtungen Potsdams und Brandenburgs bieten einen Einblick in die wissenschaftliche Arbeit.

Neben Vorstellungen der teilnehmenden Institutionen und zahlreichen Programmpunkten gibt es die Möglichkeit ab sofort ausgewählten Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen zu ihren Themen unter Ask a Scientist bis Mittwoch, 5. Mai Fragen zu stellen, die dann am 8. und 9. Mai live beantwortet werden.

Zu Ask a Scientist: Prof. Johan Lilliestam selbst fragen zum CO2-Preis

Fürs IASS wird Prof. Johan Lilliestam Fragen aus dem Publikum beantworten. Lilliestam leitet die Gruppe Dynamik der Energiewende am IASS und ist Professor für Energiepolitik an der Universität Potsdam. Er erforscht politische Strategien, Richtlinien und Instrumente für einen Umbau zu einem komplett erneuerbaren Energiesystem. Dabei interessieren ihn vor allem die Interaktionen zwischen verschiedenen politischen Richtlinien und den angestrebten Zielen. Stellen Sie ihm alle Fragen, die Sie schon immer mal stellen wollten zum CO2-Preis, der Energiewende oder rund um eine erneuerbare Energieversorgung Europas!

Prof. Lilliestam, was bringen CO2-Steuer und Emissionshandel?

Welche CO2-Bepreisung gibt es?
Prof. J. Lilliestam: In Deutschland gibt es zwei: den nationalen CO2-Preis auf Emissoinen in den Heiz- und Transportsektoren und den europäischen Emissionshandel. Bei der CO2-Steuer wird der Preis für Emissionen festgelegt. Beim Emissionshandel wird eine maximale Emissionsmenge festgelegt - und der Preis entsteht im Markt. Idealerweise löst beides Investitionen aus, damit die CO2-Emissionen sinken – und wir bis 2050 auf Null kommen.

Was sollen Kohlenstoffpreissysteme bewirken?
J. L.: Ein Marktversagen beheben: Wer Emissionen aufbringt, verursacht Schäden, für die er bislang nicht aufkommen muss. Das ist ungerecht. Wenn Emissionen aber Kosten verusachen, gibt es einen ökonomischen Anreiz, weniger CO2 freizusetzen.  

Sie haben die Lenkungswirkung von CO2-Preissystemen untersucht – mit welchem Ergebnis?
J. L.: Wir sehen, dass manche CO2-Preissysteme die Emissionen leicht gesenkt haben, andere nicht. Vor allem kamen wir aber zu dem Ergebnis, dass der technologische Wandel, der für Null Emissionen notwendig wäre, nicht gefördert wird: in keinem beobachteten Fall wurden Investitionen in CO2-freie Technologie ausgelöst.

Wie würde eine CO2-Bepreisung denn idealerweise aussehen?
J. L.: Einnahmen aus der CO2-Bepreisung sollten für öffentliche Investitionen und Förderprogramme fließen – in neue Infrastruktur, Häuserdämmung oder den Ausbau der Erneuerbaren. Und es muss sozial gerecht gestaltet werden.

Die #PTDW sind eine Einladung an alle, die Wissenschaftslandschaft Brandenburgs zu erkunden. Über den Veranstaltungszeitraum hinaus werden die gesammelten Informationen für all diejenigen bereitgehalten, die in der ersten Maiwoche nicht dabei sein können.