Headline: Clean Up Our Skies: Über einen neuen Kommentar in “Nature”

Dieses Jahr im Dezember findet die 20. Tagung der Konferenz der Vertragsparteien (COP) des Rahmenübereinkommens der Vereinten Nationen über Klimaänderungen (UNFCCC) in Lima statt. Dort werden sich die Klimaverhandlungen auf die Senkung der Emissionen von Kohlendioxid konzentrieren, des langlebigen Treibhausgases, das die Hauptverantwortung für den menschengemachten Klimawandel trägt. Kurzfristig muss man sich jedoch auch mit weiteren Schadstoffen beschäftigen, die das Klima ebenfalls beeinflussen, den sogenannten kurzlebigen klimawirksamen Luftschadstoffen (SLCPs). In einem soeben erschienenen Kommentar in der Zeitschrift Nature, entstanden unter der Federführung meiner Kollegin Julia Schmale, vertreten wir den Standpunkt, dass koordiniertes Handeln gegen Klimawandel und Luftverschmutzung erforderlich ist. Dass sich die UNFCCC-Verhandlungen auf CO2 konzentrieren, ist vollkommen berechtigt. Es kann jedoch Nachteile haben, wenn Schritte zugunsten von Luftqualität und Klimaschutz isoliert voneinander erfolgen.

Zwischen Luftverschmutzung und Klimawandel gibt es deutliche Zusammenhänge, denn Luftschadstoffe und Treibhausgase wie CO2 stammen häufig aus denselben Quellen. Zusätzlich sind sie durch atmosphärische Prozesse und ihre chemischen und physikalischen Eigenschaften verbunden. Einige dieser Eigenschaften bewirken, dass manche „Luftschadstoffe“ direkt oder indirekt das Klima beeinflussen und so zur globalen Erwärmung beitragen. Andere Schadstoffe können jedoch auch kühlend wirken, allerdings deuten Modellprognosen darauf hin, dass Luftqualitätsziele infolge des Klimawandels schwerer zu erreichen sind. Die Rückkopplungseffekte sind vielfältig und komplex, und manche verstehen wir besser als andere. Aber all diese Verknüpfungen bedeuten auch, dass korrigierende Maßnahmen und Bemühungen zur Senkung von Luftschadstoff- und Treibhausgasemissionen in einem Zusammenhang stehen. Manche Maßnahmen führen zu übergreifenden Emissionssenkungen, die sowohl der Luftqualität als auch dem Klimaschutz dienen (zum Beispiel Energieeffizienz, Windenergie), andere Maßnahmen resultieren in Kompromissen, die zwar möglicherweise CO2 reduzieren, aber die Emissionen von Luftschadstoffen (Feinstaub) erhöhen – wie es bei häuslichen Biomasse-Öfen der Fall ist - oder umgekehrt.

In der Fachliteratur wurde verschiedentlich explizit oder implizit vorgeschlagen, mithilfe kurzlebiger klimawirksamer Luftschadstoffe etwas für den Klimaschutz zu tun, indem man ihre Reduzierung hinauszögert oder selektiv nur einige Luftschadstoffe reduziert. Luftverschmutzung ist jedoch Schätzungen zufolge die Hauptursache für vorzeitige Todesfälle und verursacht derzeit sieben Millionen vorzeitige Todesfälle pro Jahr, ganz zu schweigen von ihren schädlichen Auswirkungen auf Ökosysteme und die Landwirtschaft, deshalb sollte die Reduzierung kurzlebiger klimawirksamer Luftschadstoffe nicht aufgeschoben werden. Mehr zu diesem Thema erfahren Sie in unserem Kommentar in der Zeitschrift Nature. Ein Interview mit Julia Schmale wurde heute auf der ABC-News-Website veröffentlicht.

Photo: istock

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