Energiewende als Motor für Bürgerbeteiligung?

Das IASS und das Kulturwissenschaftliche Institut Essen (KWI) starten das gemeinsame Forschungsprojekt „DEMOENERGIE – Die Transformation des Energiesystems als Treiber demokratischer Innovationen“. Sie untersuchen, wie die Akzeptanz für die Energiewende gesteigert werden kann und wie Bürgerinnen und Bürger verstärkt in den Prozess involviert werden können.

 

Der Ausstieg aus der Kernenergie und der gleichzeitige Ausbau der Erneuerbaren Energien erfordern sowohl den Um- und Ausbau der Stromtrassen unter enormen Zeitdruck, wie auch den flächendeckenden Ausbau und die Koordinierung von Wind- und Solarparks, Pumpspeicherwerken und Geothermie. Diese Veränderungen der Energieinfrastruktur und die damit verbundenen weitreichenden Eingriffe in die Natur sowie die Lebenswelten erfordern ein hohes Maß an Verständnis und Akzeptanz innerhalb der Gesellschaft. Deshalb ist es notwendig, Bürger dialogorientiert in diese Prozesse einzubeziehen.

Unter welchen Bedingungen diese Bürgerbeteiligung funktioniert und wie genau damit die Energiewende unterstützt werden kann, sind nur einige der Fragen, mit denen sich das neu gestartete Forschungsprojekt „DEMOENERGIE – Die Transformation des Energiesystems als Treiber demokratischer Innovationen“ beschäftigen wird. Untersuchungsgegenstand sind die Zusammenhänge zwischen der Transformation des Energiesystems und demokratischen Innovationen. Ob und inwieweit dieser Zusammenhang besteht und belegbar ist, wird im Projekt DEMOENERGIE empirisch untersucht.

Die drei Forschungsschwerpunkte sind:

  1. Die möglichst vollständige Kartierung der gesellschaftlichen Mobilisierungsprozesse und Konflikte rund um die Einführung und den Ausbau verschiedener Technologien in Deutschland (z.B. Wind- und Solarparks, Pumpspeicherwerke und Stromstraßen).
  2. Die Analyse und Untersuchung von Konflikten und Debatten, die sich als bedeutend herausgestellt haben, sowie deren Verläufe auf wiederkehrende Muster (z.B. Einführung der Technologien zur CO2-Abscheidung und Speicherung – CCS)
  3. Die Konzeption, Durchführung und Evaluation verschiedener Formate der dialogorientierten Bürgerbeteiligung in ausgewählten Konflikt- und Mobilisierungssituationen im Rahmen des Trassenneubaus. Ziel ist es, den Einfluss der Formate und Kontextbedingungen auf das Gelingen der Beteiligungsprozesse zu klären.

Die Ergebnisse des Forschungsvorhabens werden in die Arbeit der Plattform Energiewende des IASS Potsdam integriert.

 

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