Nachhaltige Treibstoffe aus erneuerbaren Energien

Die extensive Nutzung fossiler Kohlenwasserstoffe und ihrer Derivate im Energie-, Transport- und Petrochemie-Sektor ist maßgeblich für die Emission von Treibhausgasen verantwortlich. Gleichzeitig machen sie unsere Gesellschaft von schwindenden Ressourcen abhängig. Der Workshop „Nachhaltige Brennstoffe aus erneuerbaren Energien“, der am 19. und 20. November am IASS stattfand, hat mögliche Alternativen diskutiert. So avancieren beispielsweise synthetische Brennstoffe wie Methanol und höherwertige Olefine zu alternativen Energieträgern und Rohstoffen. Sie können leicht in bestehende Transport-, Speicher-  und Verteilungssysteme  integriert werden  und verursachen keine überhöhten zusätzlichen  Kosten. Kombiniert mit erneuerbaren Energien unterstützen sie außerdem einen nachhaltigen Syntheseprozess und ermöglichen neue Komplementaritäten.

Unter dem Vorsitz von Nobelpreisträger Prof. Carlo Rubbia, wissenschaftlicher Direktor des IASS, sprachen die Teilnehmer aus Wissenschaft und Industrie über verschiedenen Methoden zur Synthese dieser Brennstoffe. Ein Schwerpunkt lag dabei auf der Frage inwiefern erneuerbare Energien (Wind, Sonne etc.) in aktuelle und sich entwickelnde Technologien integriert werden können.

Die Speicherung von Strom aus flukturierenden  erneuerbaren Energiequellen in synthetischen chemischen Verbindungen bildete ein zentrales Thema der Diskussion. Diese Prozesse, die als Power-to-Gas und Power-to-Liquids bekannt sind, sind grundlegend für einige Energieszenarien, die ohne fossile Brennstoffe auskommen und geringe Emissionen verursachen sollen. Das Umweltbundesamt hat erst kürzlich ein solches Energieszenario vorgestellt, das Gemeinsamkeiten mit dem IASS-Forschungsprojekt zu den wissenschaftlichen, technischen und wirtschaftlichen Aspekten der Produktion von erneuerbarem Methanol aus recyceltem CO2 zeigt. Zum Abschluss des Workshops informierten Vertreter privater Unternehmen über Technologien, die gegenwärtig vermarktet werden und über mögliche Perspektiven für die Zukunft.

Am Ende der Diskussionen waren sich die Teilnehmer einig, dass viele der besprochenen Technologien bereits etabliert sind. Sie sprachen sich aber dafür aus, dass Entscheidungsträger verstärkt davon überzeugt werden sollten, dafür nötige gesetzliche Rahmenbedingungen zu schaffen.


-Die Teilnehmerliste finden Sie hier

 

Photo credits: Jens Jeske