Fossile Energieträger, Dekarbonisierung und Geopolitik – Sicherheit, Versorgung, Governance

Date: 
Mon, 10/23/2017

Umbrüche beim Fossilen Trio

Die aktuelle Entwicklung ist paradox: Aus der Nutzung fossiler Energieträger auszusteigen, steht auf der Tagesordnung der Klimapolitik. Doch kurz vor ihrem Abtritt werden sie noch einmal zu einer zentralen Einflussgröße der Geopolitik – selbst für die sehr gut versorgten Gasmärkte werden sie auf einmal zum begrenzenden Faktor. Umso dringlicher ist es, den Ausstieg voranzubringen; nicht allein der Wetterextreme wegen, die bereits spürbar zunehmen.

Um das zu bewerkstelligen, gilt es, die Entwicklungen zu verstehen, die bei der Nutzung der fossilen Energien tatsächlich zu beobachten sind. Womit müssen wir beim fossilen Trio – Kohle, Erdöl und Erdgas – rechnen?

Dabei werden für die Entwicklung besonders prägende regionale Konstellationen in den Blick genommen. Bei der Auswahl der Themen kommen insbesondere geopolitische Kriterien wie Sicherheitsfragen, Versorgungssicherheit und Fragen der Governance ins Spiel:

Kohle: Handelt es sich bei dem seit etwa 2015 einsetzenden Rückgang der Kohleförderung und des -verbrauchs, der den bisherigen Projektionen entgegenläuft, nur um eine vorübergehende Delle oder ist das tatsächlich bereits der Beginn einer dauerhaften Trendwende? Diesen Fragen wird anhand der für Kohle wichtigsten Länder China, Australien, Indien und den USA nachgegangen.

Erdöl: Der Verkehrssektor ist derzeit noch weitgehend von Kraftstoffen auf Erdölbasis abhängig. Welche Folgen hat der Abschied vom Erdöl im Verkehr für die Staatsfinanzen erdölexportierender Staaten und für ihre bisher stark auf Rentenökonomien basierenden Strukturen? Welche Folgen sind geopolitisch zu erwarten? Wie weit ist dabei mit Turbulenzen bei stark schwankenden Ölpreisen zu rechnen?

Erdgas: In der Energiestrategie der Europäischen Union spielt Erdgas eine strategische Rolle. Was bedeuten die sehr unterschiedlichen Interessen der verschiedenen EU-Länder? Verändert möglicherweise verflüssigtes Erdgas (Liquified Natural Gas) die Konstellation? Was bedeuten die neuen Sanktionen der USA gegen Russland für die europäischen Staaten, was die Auseinandersetzungen um Katar?

 

Zukunftsperspektiven und geopolitische Herausforderungen

Seit wenigen Jahren ist der Anstieg der CO₂ -Emissionen aus der Verbrennung fossiler Energieträger gebremst. Deutet sich darin bereits eine Trendwende beim Haupttreibhausgas an oder handelt es sich dabei nur um eine vorübergehende Änderung? Wie entwickeln sich die anderen Klimatreiber?

Es geht darum, über die tagespolitischen Aufgeregtheiten die mittel- und längerfristigen Perspektiven in den Blick zu nehmen, um daraus Einsichten für die jetzt anstehenden politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen zu gewinnen. Dabei ist das Zusammenspiel der unterschiedlichen Energiegovernance-Ebenen zu analysieren einschließlich der Fragen des Klimawandels und der geopolitischen Perspektiven im großen Powerplay der für das Energiesystem wichtigsten Länder. Wie schlägt dabei die verbesserte Wettbewerbssituation erneuerbarer Energien durch?

 

Alle energiepolitisch Interessierten und alle an der Ausgestaltung des Übergangs in das postfossile Zeitalter in Richtung einer nachhaltigen, klimaverträglichen Entwicklung Interessierten sind dazu herzlich eingeladen.

Datum
23. Oktober 2017, 9:30 - 17:30 Uhr

Veranstaltungsort
Institute for Advanced Sustainability Studies (IASS Potsdam), Berliner Straße 130, 14467 Potsdam

Veranstaltungsbeitrag
Der Veranstaltungsbeitrag (inkl. Verpflegung) beträgt 40 Euro. Studierende und Auszubildende zahlen ermäßigt 20 Euro.

 

Wir bitten um Anmeldung bis zum 13. Oktober 2017 an info@vdw-ev.de (Stichwort: Fossile Energieträger)

 

Programm

Das Programm entnehmen Sie bitte unserem PROGRAMMFLYER.

 

Die Veranstaltung wird zusammen mit folgenden Partnern ausgerichtet:

 

Weiterführender Link:

Webseite der ASPO Deutschland