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Headline: Wettlauf mit dem Klimawandel. In knapp 25 Jahren zur postfossilen Mobilität

Das Verkehrssystem ist nicht-nachhaltig – doch bis spätestens 2045 muss es nachhaltig sein. Es verbleiben also nur noch knapp 25 Jahre für eine Mobilitätswende. Trotz erster Schritte weg vom Erdöl war der Grundtrend weltweit ungebrochen und es stiegen die klimarelevanten Emissionen im Verkehrssektor weiter an. Erst wegen der fast weltweiten Ausgangsbeschränkungen zur Bewältigung der COVID-Pandemie schrumpften jetzt vorübergehend die klimarelevanten Emissionen im Verkehrssektor.

Vieles erschwerte und erschwert die Mobilitätswende: die Verlängerung der hohen Ölproduktion mittels Fracking, immer schwerere Autos, anhaltende Zuwächse im Flugverkehr auch in den hoch industrialisierten Ländern, ineffiziente Raum- und Siedlungsstrukturen, Städte, die oft die Lebensqualität vermindern und gesundheitsschädlich sind.

Nach den starken Verzögerungen und nur halbherzigen ersten Änderungen ist deshalb ein Ausstieg aus dem nicht-nachhaltigen, fossil geprägten Verkehr umso dringlicher. Eine grundlegende Mobilitätswende ist erforderlich – umfassend auf allen Ebenen. Das völkerrechtlich verbindliche Paris-Abkommen fordert einen global gemittelten Temperaturanstieg deutlich unter 2°C, besser um 1,5°C. Etwa 21 % der globalen CO₂-Emissionen entfallen auf den Transport-Sektor.

Aktuell steht in Deutschland lediglich ein Ausschnitt der umfassenden Mobilitätswende im Fokus: Es geht vorrangig um den Einstieg in neue Antriebe für Pkws und dabei wiederum zumeist nur um die Alternative direktelektrisch mit Batteriefahrzeugen oder elektrischer Antrieb mit Brennstoffzellen und Wasserstoff. Die Debatte wird pfadabhängig von den Eigenschaften der bisherigen, fossil angetriebenen Autos bestimmt, wobei es um Reichweite, Ladezeiten, Geschwindigkeiten und Energieeffizienz je Fahrzeug geht.

In Wirklichkeit ist jedoch eine Systemumstellung in nur einer Generation zwingend: Das Elektroenergiesystem ist mit dem Verkehr zu koppeln, und gleichzeitig sind am Ende nur noch erneuerbare Energieträger für die Stromproduktion möglich. Zusätzlich ist der Anteil des öffentlichen Nah- und Fernverkehrs zu erhöhen. Aber auch das Gewicht der Fahrzeuge, Geschwindigkeit und Reichweiten sind wesentliche Stellschrauben. Hinzu kommen wegen des hohen Leistungsbedarfs besonders schwer umzustellende Sektoren: der Straßengüterfernverkehr, der Flugverkehr, und der Schiffsverkehr. Sie werden in den aktuellen Debatten noch nicht genügend beachtet, und politische Strategien sind eher erst in den Anfängen.

Möglicherweise können industriepolitische Initiativen etwa zur Förderung der Wasserstoffwirtschaft der Mobilitätswende Impulse geben. Ebenso kann der Druck von Fridays for Future und können neuere Entwicklungen der Judikative wie etwa der Beschluss des Bundesverfassungsgerichts zum Klimaschutzgesetz und das Urteil in den Niederlanden zur Verpflichtung von Shell in Richtung Klimaneutralität die Mobilitätswende anschieben.

Zugleich stellt sich die Frage: Welche bleibenden Auswirkungen sind von der Corona-Pandemie auf die weitere Entwicklung der Mobilität und damit die Bedingungen der Mobilitätswende zu erwarten?

Für die Anmeldung senden Sie bitte eine E-Mail mit dem Betreff „Mobilitätswende“ an event@vdw-ev.de. Geben Sie bitte an, ob Sie in Präsenz oder via Zoom im Live-Stream teilnehmen wollen. Beachten Sie bitte, dass die Zahl der Präsenzplätze aufgrund der Corona-Pandemie begrenzt ist.

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