Headline: Kobalt, Kupfer, Lithium & Co. Das gleichzeitige Phase-Out von Erdöl und Phase-In von Metallen

Ein Abschied ist zugleich ein Neuanfang. Der Ausstieg aus den fossilen Energieträgern ist klimapolitisch überfällig. Das aktive Phase-Out des fossilen Erdöls erfordert zugleich einen Einstieg, ein aktives Phase- In von noch mehr Metallen. Beides, Einstieg und Ausstieg, zusammenzuhalten ist der Schwerpunkt unserer Veranstaltung.

Auch das postfossile Zeitalter braucht Energie. Der Ersatz für die fossilen Energieträger beim Übergang zu regenerativen Energien sind die mehr als ausreichenden Energieströme von der Sonne. Zukünftig primäre Bedeutung wird daher die Elektroenergie haben. Für die Energiewende brauchen wir mehr Metalle: Ob klassische Basismetalle wie Kupfer oder etwa Seltenerdmetalle wie Neodym für die Permanentmagneten moderner Windkraftanlagen. Auch die Mobilitätswende erfordert eine zunehmende Elektrifizierung des motorisierten Straßenverkehrs, sei es direktelektrisch oder mit Wasserstoff / Brennstoffzelle. Mit der Digitalisierung kommt nochmals eine weitere Dimension an Metallbedarf auf uns zu. Metalle sind die Voraussetzung für die Energiewende, die Mobilitätswende und die digitale Transformation. Dazu braucht es alle Metalle im Periodensystem – wir sind im „All Metals Age“ angekommen.

Es geht dabei nicht nur um Lithium, um Kobalt, wozu gelegentlich Meldungen aufgrund von Menschenrechtsverletzungen und Auseinandersetzungen im Kongo bei uns aufschlagen. Oder nur um Seltenerdmetalle, die im Handelskonflikt zwischen den USA und China eine starke Stellung Chinas signalisieren. Wir brauchen ein umfassendes Problemverständnis für die Metalle.

Der klimapolitisch überfällige Übergang ist somit, recht betrachtet, einer vom Zugriff auf einen Bodenschatz zu einem anderen. Der Unterschied in den Eigenschaften dieser beiden Typen von Bodenschätzen wird die zukünftige Geschichte der Menschheit prägen, sowohl die wirtschaftliche als auch die politische. Im Gegensatz zum fossilen Erdöl können wir aus der Nutzung von Metallen nicht aussteigen.

Die Abkehr vom Öl ist eine Riesenherausforderung. Viele der ölexportierenden Länder sind in hohem Maß von den Öleinnahmen abhängig, sie sind typische Rentenökonomien. Der Rückgang der Nachfrage nach Öl wird Enttäuschungen und Entwertungen mit sich bringen, auch Herausforderungen in der politischen Gestaltung: Wie soll ein Öl-Nachfolge-Staat zu Einnahmen kommen?

Alle im Themenbereich Arbeitenden ebenso wie alle aus unterschiedlichen Blickwinkeln daran Interessierten sind herzlich nach Potsdam eingeladen: Energie- und Mobilitätswende, Rohstoffpolitik und nachhaltiger Umgang mit Metallen, Sicherheits- und Geopolitik.

Programm:

09:15 Uhr Registrierung

09:45 Uhr Beginn der Veranstaltung mit Kaffee/Tee am Morgen und bis zum Mittag

10:15 Uhr Begrüßung und Einführung
Prof. Dr. Ortwin Renn und Prof. Dr. Hartmut Graßl

10:30 Uhr Übergeordneter Rahmen: Aktives Phase-Out von Erdöl - aktives Phase-In von Metallen - Jörg Schindler

Rückgang der Erdölförderung – Perspektiven für Länder mit Erdöl-Rentenökonomien - Prof. Dr. Richard Sturn

Steigender Energieaufwand bei der Gewinnung von Metallen – Möglichkeiten und Grenzen des Metallrecyclings - Prof. Dr. Markus Reuter

Metallbedarf für Mobilität 2050 – Elektrisch mit Batterie, Wassserstoff / Brennstoff zelle, Power to Gas - Dr. Ludwig Jörissen

Metallbedarf für Kühlung und Raumklimatisierung bis 2050 · Kurzbeitrag - Jörn Schwarz

13:00 Uhr Mittagsimbiss

13:45 Uhr Strategische Metalle – Geopolitische und sicherheitspolitische Fragen - Prof. Dr. Jürgen Scheffran

Chinas Seltenerdmetall-Industrie: Politische Bestrebungen, Trends und globale Risiken - Dr. Wiebke Rabe

Metallische Rohstoffe – Spannungsfelder, Konflikte, Menschenrechtsverletzungen - Dr. Melanie Müller

15:15 Uhr Kaffeepause

15:45 Uhr Phase-Out Erdöl & Phase-In Metalle muss ineinander greifen. Mögliche Flaschenhälse, neue geopolitische Spannungen, aktives Phasing-in eines nachhaltigen
Umgangs mit Metall - Panel mit:
Dr. Peter Buchholz, Christiane Grefe, Dr. Kora Kristof, Prof. Dr. Ortwin Renn

17:30 Uhr Ende der Veranstaltung

Weitergehende Informationen zu dem Programm, den Referentinnen und Referenten sowie allgemein zu der Veranstaltung finden Sie in diesem Flyer.

Veranstaltungsort: Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung, IASS Potsdam
Berliner Straße 130 | D-14467 Potsdam

Anmeldung:

Per E-Mail an info@vdw-ev.de (Stichwort: Metalle)
Per Telefon unter +49 (0)30 212 34056
Per Post an: Vereinigung Deutscher Wissenschaftler e.V. Marienstr. 19/20, 10117 Berlin
Teilnahme-/Unkostenbeitrag: 40 Euro (inkl. Catering)
Studierende: 15 Euro (inkl. Catering)
Bezahlung bei Registrierung
Die Zahl der Plätze ist begrenzt. Die Teilnahme ist nur mit einer
Bestätigung durch die Veranstalter möglich.

Veranstalter:
ASPO Deutschland – Association for the Study of Peak Oil and Gas

Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung ·

Vereinigung Deutscher Wissenschaftler e.V.