Headline: Forschung zur Nachhaltigkeit an einem nachhaltigen Arbeitsplatz

Wir alle am IASS forschen an unterschiedlichen Themen rund um Nachhaltigkeit. Wie aber sieht es eigentlich mit der Nachhaltigkeit des Institutes selber aus? Dieser Frage nachzugehen, hat sich eine im Sommer 2014 gegründete Mitarbeiterinitiative am IASS zur Aufgabe gemacht. Ziel unserer Initiative ist es, die Nachhaltigkeit des Institutes zu fördern und den ökologischen Fußabdruck des Instituts zu reduzieren. Wir möchten unsere institutseigenen Emissionen verringern und unseren Ressourcenverbrauch effizienter gestalten sowie Nachhaltigkeit im Arbeitsalltag noch stärker verankern. Neben der ökologischen und ökonomischen Dimension befassen wir uns dabei auch mit der sozialen Dimension nachhaltiger Entwicklung im Arbeitsumfeld.

Folgende drei Hauptpunkte möchten wir mit dieser Initiative zunächst bearbeiten: Aufmerksamkeit für das Thema erzeugen und Informationen einholen, einen Statusbericht erstellen und mögliche Maßnahmen identifizieren und umsetzen. Wir möchten uns über ähnliche Aktivitäten in anderen Instituten informieren und möglichst eine Plattform zum Austausch einrichten, zum Beispiel mit Treffen oder Vorträgen. Außerdem gilt es zunächst festzustellen, wie (un-)nachhaltig das Institut ist und wo mögliche Stellschrauben zur Verbesserung sind. Hierfür wird eine Statistik für einige Umweltindikatoren erstellt, wie die gereisten Kilometer mit Flugzeug und Bahn oder der Stromverbrauch pro Jahr. Diese Statistik ermöglicht es dann, effiziente Maßnahmen zu identifizieren und deren Wirksamkeit zu überprüfen.

IASS-Mitarbeiter pflanzen während eines Workshops der Nachhaltigkeitsinitiative im Dachgarten Kräuter. © Jennyfer Brendel

Eine solche Mitarbeiterinitiative bringt Kollegen aus den verschiedensten Bereichen des Institutes zusammen, sowohl Wissenschaftler aus verschiedenen Projekten als auch Verwaltungsangestellte. Denn den (mindestens) einen gemeinsamen Nenner haben wir alle: Wir arbeiten an der Gestaltung einer nachhaltigeren Zukunft. Darüber hinaus ermöglicht es uns die Arbeit in dieser Initiative, die Erarbeitung und Umsetzung von Nachhaltigkeitszielen sehr unmittelbar zu erfahren. Dabei wird das Institut zu einer Art „Labor“, wo ähnliche Herausforderungen warten wie bei größer angelegten Projekten mit Akteuren außerhalb des Instituts. Unsere Initiative ist in einer Koordinationsgruppe und in folgenden thematischen Gruppen organisiert:  Dienstreisen, Gebäude und Materialbeschaffung, Essen und Garten sowie soziale Aspekte im Arbeitskontext. Hier ein paar kleine Einblicke in unsere Arbeit zu diesen Themen:

Dienstreisen sind bei Wissenschaftlern unersetzlich. Der Austausch mit Kollegen und die Präsentation von Arbeitsergebnissen sind ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit. Die Frage, wie oft, wie weit und mit welchem Verkehrsmittel gereist wird, kann und sollte aber durchaus diskutiert werden. Welche Ziele lassen sich mit dem Zug erreichen und welche Fahrzeit ist dem Mitarbeiter zuzumuten? Das sind in diesem Zusammenhang Ansatzpunkte. Mehr und mehr gibt es auch die Möglichkeit, an Workshops und Besprechungen online teilzunehmen, was sowohl Zeit also auch CO2- und Schadstoffemissionen spart. Da wir ein aus öffentlicher Hand gefördertes Institut sind, unterliegen wir den Bestimmungen des Bundesreisekostengesetzes – da gilt es häufig in erster Linie kostengünstig zu reisen, auch wenn die nachhaltigere Lösung dabei auf der Strecke bleibt.

Gebäude: Büros brauchen wir auch. Wir haben in Potsdam die ehemaligen Gebäude der Bundesbank übernommen und versuchen, diese effizient zu nutzen. Auch hier gilt es, mögliche Wege zu finden, um beispielswiese den Energieverbrauch niedrig zu halten. An dieser Stelle können technische Lösungen weiterhelfen (z.B. energieeffiziente Geräte). Es ist aber auch die Mitarbeit der Kolleginnen und Kollegen gefragt, wenn es beispielsweise darum geht, dass der Verbrauch von Material wie Papier verringert wird oder die Monitore und Lichter abends ausgeschaltet werden. In diesem Fall gilt: „Kleinvieh macht auch Mist.“ Denn wenn alle rund 120 Mitarbeiter auf solche Dinge achten, hat dies schon einen Einfluss auf den Gesamtverbrauch des Institutes.

Auf Initiative der Arbeitsgruppe „Soziale Nachhaltigkeit“ wurde für Kollegen aus den Großraumbüros ein Ruhearbeitsraum eingerichtet. © Moritz Mues
Auf Initiative der Arbeitsgruppe „Soziale Nachhaltigkeit“ wurde für Kollegen aus den Großraumbüros ein Ruhearbeitsraum eingerichtet. © Moritz Mues

Workshops und Konferenzen: Ein Teil unserer transdiziplinären Arbeitsweise ist es, Stakeholder, Wissenschaftler und Politiker an einen Tisch zu bringen. Wir organisieren zumeist Workshops und Konferenzen. Dies bedeutet dann auch, dass für Reisen, Verpflegung und Unterkunft gesorgt werden muss.  Für uns ist es wichtig, soweit wie möglich umweltfreundliche Lösungen zu finden. Dazu gehört, dass unser Caterer überwiegend regionale, saisonale und biologische Speisen anbietet. Dieser Caterer beliefert im übrigen auch unsere Kantine. Ein weiterer Schritt wäre sicherlich, überwiegend oder ausschließlich vegetarische Gerichte bei Veranstaltungen oder in der Kantine anzubieten. Wir können keinem Workshop-Teilnehmer vorschreiben, wie er/sie reisen soll, wir weisen auf unseren Einladungen jedoch auf die Möglichkeit hin, die durch die Flüge verursachten Kohlendioxid-Emissionen zu kompensieren.

Soziale Nachhaltigkeit: Ein Teil unserer Arbeit zur sozialen Nachhaltigkeit im Arbeitskontext bezieht sich auf die Frage, wie die Struktur des Institutes die Vielfältigkeit der Mitarbeiter in Hinblick auf Nationalität, kulturellen Hintergrund und Ausbildung widerspiegeln kann. Des Weiteren wird diskutiert, wie eine institutsweite Richtlinie aussehen könnte, um faire und flexible Arbeitsbedingungen zu sichern, und wie eine angenehme Arbeitskultur und Kommunikation gefördert werden kann.

Mittlerweile sind wir ein etabliertes Projekt am IASS mit dem Namen: IASS Internal Sustainability Initiative (IASS-ISI) und haben seit kurzem tatkräftige Unterstützung von einer Nachhaltigkeitsmanagerin. Sie wird unsere Ideen und bereits Erarbeitetes zu einer konkreten Strategie für die interne Nachhaltigkeit am Institut weiterentwickeln. Wir möchten aber dennoch das Konzept der Mitarbeiterinitiative beibehalten und alle Kolleginnen und Kollegen am Institut an dieser Arbeit beteiligen.

Foto oben: Jennyfer Brendel

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