The future starts in the mind. For sustainable development, we need to become more aware of the long-term consequences of our actions.
The future starts in the mind. For sustainable development, we need to become more aware of the long-term consequences of our actions. istock/wdstock

Headline: Politisierung von Zukunft

Zukunft ist allgegenwärtig. Sie begegnet uns in wissenschaftlichen Berechnungen und in Begründungen von Politikmaßnahmen, sie ist Treiberin von Spar- und Investitionsentscheidungen und taucht in individuellen sowie gesellschaftlichen Visionen auf. Zukunft zeigt sich dabei in unterschiedlichen Formen und Funktionen: Sie kann durch eine Linearisierung von vergangenen und gegenwärtigen Bedingungen in Form von Prognosen hergestellt werden. Klimaszenarien beispielsweise zeigen auf diese Weise die Dringlichkeit einer Veränderung im Jetzt. Zukunft ist aber auch ein Synonym für einen Wunsch nach Veränderung, der sich in Visionen oder Utopien ausdrückt. Als Leitbilder weisen diese nicht nur eine Richtung, sondern erhalten auch Hoffnung und Motivation.

Zukünfte werden immer in einem Raum entworfen, in dem Machtverhältnisse wirken und soziale Ordnungen (re-)produziert werden. Welche Zukunftsvorstellungen bei Entscheidungen berücksichtigt werden und wer diese Vorstellungen konkret ausgestaltet, ist selten explizit. Dies ist zum Beispiel dann der Fall, wenn bei politischen Prozessen die Ausgestaltung nachhaltiger Entwicklung allein auf technischen und ökonomischen Gründen beruht und nicht nach den Bedürfnissen von Menschen gefragt wird.

Neben der Analyse von Zukunftsherstellung in den Bereichen Politik, Philosophie, Bildung und Wirtschaft muss auch danach gefragt werden, wie Menschen besser an der gesellschaftlichen Zukunftsgestaltung beteiligt werden können. Die Entwicklung von Orientierungswissen, das für Beteiligungsprozesse nutzbar gemacht werden kann, ist ein Schwerpunkt dieser Arbeitsgruppe.