Für die Umstellung auf Erneuerbare sind Staaten weltweit unterschiedlich gut gewappnet. Indien investiert erheblich in die Installation von Windkraftanlagen im gesamten Land.
Für die Umstellung auf Erneuerbare sind Staaten weltweit unterschiedlich gut gewappnet. Indien investiert erheblich in die Installation von Windkraftanlagen im gesamten Land. iStock/Donyanedomam

Headline: Die systemischen Auswirkungen der globalen Energiewende

Die globale Energiewende verändert Handelsströme, Wertschöpfungsketten und Finanzflüsse. Sie geht also mit einem fundamentalen systemischen Wandel einher. Die Staaten stehen dabei jedoch vor sehr unterschiedlichen Herausforderungen. So wollen ressourcenreiche Länder „gestrandete Vermögenswerte" vermeiden, die ihnen wegen des absehbaren Wertverlustes fossiler Rohstoffe drohen. Die Länder des Globalen Südens haben signifikanten Aufholbedarf bei CO2-armen Technologien, und Investitionen in Erneuerbare konzentrieren sich außerhalb der OECD auf wenige Staaten wie China, Indien und Brasilien. Für die Umstellung auf Erneuerbare sind Staaten weltweit also unterschiedlich gut gewappnet.

Die Forschungsgruppe Systemische Implikationen der Globalen Energiewende beschäftigt sich daher unter anderem mit folgenden Fragen: Welche Herausforderungen müssen vor allem Länder des Globalen Südens bei der Dekarbonisierung des globalen Wirtschaftssystem stemmen? Welche möglichen Risiken ergeben sich aus der globalen Energiewende für Länder mit weniger Zugang zu Kapital? Unter welchen Bedingungen kann der für die wirtschaftliche Wertschöpfung so wichtige Technologietransfer im Bereich der CO2-armen Technologien stattfinden? Welche Rolle spielen hier internationale Initiativen, und was kann man von anderen Sektoren wie Pharma oder auch der Digitalisierung lernen? Wie hängen Dekarbonisierungspfade mit Fragen von Geoökonomie und Geopolitik, also wirtschaftlichen und (sicherheits)politischen Ambitionen, zusammen? Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchen zudem, wie Risiken abgemildert, Hindernisse umschifft und die „Transformationsdividenden" gerecht verteilt werden können. Die Forschung stützt sich dabei auf einen transdisziplinären, multi-methodischen Ansatz, der Szenarien, quantitative Analysen und qualitative Länderfallstudien umfasst.