Headline: Wahrnehmung, Werte, Orientierung

Die Forscherinnen und Forscherinnen im Bereich Wahrnehmungen, Werte, Orientierung rekonstruieren und erzeugen individuelles und gesellschaftliches Orientierungs-, aber auch Transformationswissen. Sie untersuchen mit unterschiedlichen Schwerpunkten das Spannungsverhältnis zwischen Individuum, Gesellschaft und Politik: Welche normativen Anforderungen ergeben sich aus dem Postulat nach nachhaltigen Lebensformen und verhaltenswirksamen Governance-Strukturen? In allen gesellschaftlichen Bereichen werden Vorstellungen („imaginaries"), Sprachstrukturen („Narrative") und Werte wirksam, die den jeweiligen Akteuren oft selbst nicht bewusst sind. Diese können Vorstellungen über wünschenswerte Zukünfte genauso betreffen wie die Wahrnehmung von Konflikten oder fundamentale Ansichten über die allgemeine Beschaffenheit des gesellschaftlichen Wandels. Diese Vorstellungen und Wahrnehmungsstrukturen zeigen sich nicht nur in dem Verhalten Einzelner; sie werden auch in (politischen) Institutionen verstetigt, die auf der individuellen Ebene wiederum entsprechendes Verhalten hervorrufen. So entstehen Strategien, die den Herausforderungen der Nachhaltigkeit begegnen sollen, die jedoch nicht selten Vorstellungen und Werte reproduzieren, die in Widerspruch zu einem nachhaltigeren Wirken stehen. Diese teils unbewussten Vorstellungen sichtbar zu machen und damit auch zu ihrer Reflektion in Richtung auf Veränderungspotenziale beizutragen, ist der Fokus des Forschungsbereichs. Die Gruppe „Narrative und Bilder der Nachhaltigkeit" rekonstruiert dafür mittels sozialwissenschaftlicher Diskurs- sowie kunstbasierter Begleitforschung kollektive narrative Muster, die einerseits den aktuellen Diskurs bestimmen und die andererseits im Sinne demokratischer Transformationen wirkungsvoller gestaltet werden können. Die Gruppe „Politisierung von Zukunft" analysiert Zukunftspraktiken in der Gegenwart hinsichtlich ihres Potentials, offene und nachhaltige Zukünfte zu denken und zu ermöglichen. Die Gruppe „Geisteshaltungen für das Anthropozän" entwickelt praktische Prozesse und Ressourcen, die es Individuen und Akteuren ermöglichen, ihre eigenen Vorstellungen zu reflektieren und zu transformieren, um nachhaltigere Handlungsstrategien zu entwickeln.

Urbane Mobilität

Berichterstattung bleibt autozentriert

Welches Bild zeichnen deutsche Tageszeitungen von urbaner Mobilität? Für eine Studie vom Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung (IASS) hat ein Team ausgewählte Artikel daraufhin untersucht, wie sie vom städtischen Verkehr berichten. Selten wird eine Verkehrswende zu nachhaltigen Mobilitätsformen skizziert, lautet ein Fazit. Auch das Thema Klimaschutz findet zusammen mit Mobilität wenig Raum. Was sich jedoch beständig hält, ist das Bild der autogerechten Stadt.

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Neues Buch

Was ist wahr an der Wahrheit?

Der Klimawandel, belastete Lebensmittel, vermeintlich kriminelle Einwandererinnen und Einwanderer: Ängste sind vielfältig. Gleichzeitig hegen viele Misstrauen gegenüber der Fähigkeit der Politik, Probleme zu lösen. Rechtspopulisten sehen darin eine Chance, ihre Ansichten zu verbreiten. Im neuen Buch „Gefühlte Wahrheiten – Orientierung in Zeiten postfaktischer Verunsicherung“ beschreibt IASS-Direktor Ortwin Renn genau solche Entwicklungen.

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Sonderheft

Ein Planet, viele Zukünfte

Die Zukunft war von Anfang an ein wichtiger Bezugspunkt für nachhaltige Entwicklung. Schon die Idee der Nachhaltigkeit entstand aus der Erkenntnis, dass wir im Interesse künftiger Generationen schonend mit den Ressourcen unseres Planeten umgehen müssen. Eine Vielzahl von Akteuren entwickelt Ideen und Konzepte für die Zukunft und arbeitet an deren Umsetzung. Wer genau sind sie, welche Maßnahmen ergreifen sie und welche Art von Zukünften wollen sie herstellen? Diesen Fragen widmet sich ein Sonderheft der Zeitschrift „Sustainability Science“.

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Blog Posts

Meine drei Meinungen zu den Wahlen

Der Wahlsonntag lässt mich glücklich, zweifelnd und verärgert zurück. Die Wahlbeteiligung ist gestiegen. Die Grünen gehen vielerorts als Gewinner hervor - Klima ist damit endlich Hauptthema. Der Aufstieg der AfD scheint an Dynamik zu verlieren, würde ich die Ergebnisse in Ostdeutschland ignorieren, aber das ist unmöglich.

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Ausbeutung von Natur in Deutschland und Südamerika: Erfahrungsaustausch mit Aktivisten über Utopien und Widerstand

Gesellschaftliche Visionen entstehen heutzutage in der Regel aus praktischen Erfahrungen und dem Ausprobieren von Alternativen. Dabei sind die Kontexte, die Ansätze und die Handlungsweisen radikal verschieden. Als Projekt Futurisierung von Politik hat es uns interessiert, wie ein Dialog zwischen Aktivistinnen und Aktivisten aus sehr unterschiedlichen Kontexten zum Thema Gesellschaftsvorstellungen aussehen kann und was sich aus diesem Austausch für die Entwicklung nachhaltiger Gesellschaften lernen lässt.

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