Headline: Wahrnehmung, Werte, Orientierung

Die Forscherinnen und Forscherinnen im Bereich "Wahrnehmung, Werte, Orientierung" rekonstruieren und erzeugen individuelles und gesellschaftliches Orientierungs-, aber auch Transformationswissen. Sie untersuchen mit unterschiedlichen Schwerpunkten das Spannungsverhältnis zwischen Individuum, Gesellschaft und Politik: Welche normativen Anforderungen ergeben sich aus dem Postulat nach nachhaltigen Lebensformen und verhaltenswirksamen Governance-Strukturen? In allen gesellschaftlichen Bereichen werden Vorstellungen („imaginaries"), Sprachstrukturen („Narrative") und Werte wirksam, die den jeweiligen Akteuren oft selbst nicht bewusst sind. Diese können Vorstellungen über wünschenswerte Zukünfte genauso betreffen wie die Wahrnehmung von Konflikten oder fundamentale Ansichten über die allgemeine Beschaffenheit des gesellschaftlichen Wandels. Diese Vorstellungen und Wahrnehmungsstrukturen zeigen sich nicht nur in dem Verhalten Einzelner; sie werden auch in (politischen) Institutionen verstetigt, die auf der individuellen Ebene wiederum entsprechendes Verhalten hervorrufen. So entstehen Strategien, die den Herausforderungen der Nachhaltigkeit begegnen sollen, die jedoch nicht selten Vorstellungen und Werte reproduzieren, die in Widerspruch zu einem nachhaltigeren Wirken stehen. Diese teils unbewussten Vorstellungen sichtbar zu machen und damit auch zu ihrer Reflexion in Richtung auf Veränderungspotenziale beizutragen, ist der Fokus des Forschungsbereichs. Die Gruppe „Narrative und Bilder der Nachhaltigkeit" rekonstruiert dafür mittels sozialwissenschaftlicher Diskurs- sowie kunstbasierter Begleitforschung kollektive narrative Muster, die einerseits den aktuellen Diskurs bestimmen und die andererseits im Sinne demokratischer Transformationen wirkungsvoller gestaltet werden können. Die Gruppe „Politisierung von Zukunft" analysiert Zukunftspraktiken in der Gegenwart hinsichtlich ihres Potentials, offene und nachhaltige Zukünfte zu denken und zu ermöglichen. Die Gruppe „Geisteshaltungen für das Anthropozän" entwickelt praktische Prozesse und Ressourcen, die es Individuen und Akteuren ermöglichen, ihre eigenen Vorstellungen zu reflektieren und zu transformieren, um nachhaltigere Handlungsstrategien zu entwickeln.

UN-Klimakonferenzen

Ehrgeiziger Klimaschutz braucht neue Denkweisen

Der Klimawandel schreitet voran und die Ergebnisse der UN-Klimakonferenzen bleiben regelmäßig hinter dem Notwendigen zurück. Liegt dies auch an der Art und Weise, wie diese internationalen Konferenzen organisiert sind? Könnten wir mit einer neuen Geisteshaltung größere Fortschritte im Klimaschutz erzielen? Welche innere Haltung und Denkweisen ermöglichen neue Wege in der Kommunikation und Zusammenarbeit?

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Philosophie

Der Gelegenheit auf der Spur: Transformative Politik in Krisenzeiten

Transformative Politik, die den Übergang in eine nachhaltige Zukunft zum Ziel hat, ist weder das Ergebnis kontinuierlichen Fortschritts noch immer und überall gleich gut möglich. Sie ist vielmehr oft auf besondere Gelegenheiten angewiesen. In der Politischen Theorie gibt es dafür den Begriff des Kairós, benannt nach dem Gott der günstigen Gelegenheit. In dem Buch „Die Gelegenheit ergreifen – Eine politische Philosophie des Kairós“ untersucht IASS-Wissenschaftler Alexander Neupert-Doppler die Verwendung des Begriffs in aktuellen Theorien gesellschaftlichen Wandels.

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Begegnung und Ko-Kreation

IASS lädt bei Klimakonferenz zu Dialog und Reflexion ein

Bei der Klimakonferenz in Madrid bietet das IASS einen „Dialog- und Reflexionsraum“ an, um eine alternative Art von Begegnung und Diskussion zu ermöglichen. Täglich gibt es dort Veranstaltungen mit angeleiteter Reflexion und Diskussion in unterschiedlichen interaktiven Formaten. Hinter dem Angebot steht das Anliegen auszuprobieren und zu erforschen, wie eine Kultur des Miteinanders die Klimaverhandlungen auf der COP fördern kann.

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Urbane Mobilität

Berichterstattung bleibt autozentriert

Welches Bild zeichnen deutsche Tageszeitungen von urbaner Mobilität? Für eine Studie vom Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung (IASS) hat ein Team ausgewählte Artikel daraufhin untersucht, wie sie vom städtischen Verkehr berichten. Selten wird eine Verkehrswende zu nachhaltigen Mobilitätsformen skizziert, lautet ein Fazit. Auch das Thema Klimaschutz findet zusammen mit Mobilität wenig Raum. Was sich jedoch beständig hält, ist das Bild der autogerechten Stadt.

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Neues Buch

Was ist wahr an der Wahrheit?

Der Klimawandel, belastete Lebensmittel, vermeintlich kriminelle Einwandererinnen und Einwanderer: Ängste sind vielfältig. Gleichzeitig hegen viele Misstrauen gegenüber der Fähigkeit der Politik, Probleme zu lösen. Rechtspopulisten sehen darin eine Chance, ihre Ansichten zu verbreiten. Im neuen Buch „Gefühlte Wahrheiten – Orientierung in Zeiten postfaktischer Verunsicherung“ beschreibt IASS-Direktor Ortwin Renn genau solche Entwicklungen.

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Sonderheft

Ein Planet, viele Zukünfte

Die Zukunft war von Anfang an ein wichtiger Bezugspunkt für nachhaltige Entwicklung. Schon die Idee der Nachhaltigkeit entstand aus der Erkenntnis, dass wir im Interesse künftiger Generationen schonend mit den Ressourcen unseres Planeten umgehen müssen. Eine Vielzahl von Akteuren entwickelt Ideen und Konzepte für die Zukunft und arbeitet an deren Umsetzung. Wer genau sind sie, welche Maßnahmen ergreifen sie und welche Art von Zukünften wollen sie herstellen? Diesen Fragen widmet sich ein Sonderheft der Zeitschrift „Sustainability Science“.

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Klimaverhandlungen

Stark betroffen, kaum gehört

Wer am stärksten unter dem Klimawandel leidet, sollte bei den internationalen Verhandlungen zum Thema vertreten sein. Wissenschaftler Patrick Toussaint vom Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung (IASS) hat diesen Zusammenhang aus völkerrechtlicher Perspektive analysiert. Sein Fazit zeigt: Diejenigen, die heute oder in absehbarer Zeit unter dem sich ändernden Klima leiden, haben kaum einen Einfluss auf die internationalen Klimaverhandlungen.

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Im Interview

Regierungsführung für künftige Generationen

Gegen die Klimapolitik ihrer Länder demonstrieren seit geraumer Zeit Jugendliche. Der mangelhafte Einsatz der Politik für effizienten Klimaschutz führe sie in eine nicht lebenswerte Zukunft, so die Kritik. Dabei schreitet Wales seit 2015 beispielhaft voran mit einem Gesetz, das der Mahnung der Fridays-for-Future-Jugend Rechnung trägt: Das Gesetz zum Wohlergehen künftiger Generationen. Es fordert von Entscheidungsträgern öffentlicher Stellen die langfristigen Auswirkungen ihrer Beschlüsse zu bedenken und stellt die nachhaltige Entwicklung in den Fokus.

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Blog Posts

Klima-Theater-Desaster

Theater macht die Komplexität des Klimawandels erfahrbar

Ein schmuddeliger Flur, lang und in kaltes Neonlicht getaucht. Das zahlenmäßig kleine Publikum, jede Vorstellung können in Pandemiezeiten nur zehn Menschen besuchen, wird in zwei Gruppen eingeteilt und muss sich im Corona-Abstand von anderthalb Metern aufstellen. Man muss kurz warten und fragt sich, was als Nächstes wohl kommen mag. So beginnt der Besuch einer Vorstellung des „Klima-Theater-Desasters“ Tornado im Berliner Theaterdiscounter.

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Stark betroffen, schwach repräsentiert: Zukünftige Generationen in der Politik

„Zukünftige Generationen“ sind aus Diskussionen um Nachhaltigkeit nicht mehr wegzudenken. Dies reicht zurück bis zur Definition der nachhaltigen Entwicklung im Brundtland-Bericht „Unsere gemeinsame Zukunft“, hat aber mit dem enormen Zulauf der Jugendumweltbewegungen, den wir in den letzten Jahren erlebt haben, neue Bedeutung gewonnen. In der breiten öffentlichen Meinung scheint Einigkeit darüber zu bestehen, dass zukünftige Generationen bei politischen Entscheidungsprozessen berücksichtigt werden sollen. Immer mehr Menschen verstehen, dass das Leben ihrer Kinder oder ihrer Enkelkinder durch unsere Entscheidungen und mangelnde Maßnahmen gegen Umweltzerstörung, Klimawandel und eine Reihe anderer Nachhaltigkeitsthemen gefährdet ist.

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Meine drei Meinungen zu den Wahlen

Der Wahlsonntag lässt mich glücklich, zweifelnd und verärgert zurück. Die Wahlbeteiligung ist gestiegen. Die Grünen gehen vielerorts als Gewinner hervor - Klima ist damit endlich Hauptthema. Der Aufstieg der AfD scheint an Dynamik zu verlieren, würde ich die Ergebnisse in Ostdeutschland ignorieren, aber das ist unmöglich.

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Ausbeutung von Natur in Deutschland und Südamerika: Erfahrungsaustausch mit Aktivisten über Utopien und Widerstand

Gesellschaftliche Visionen entstehen heutzutage in der Regel aus praktischen Erfahrungen und dem Ausprobieren von Alternativen. Dabei sind die Kontexte, die Ansätze und die Handlungsweisen radikal verschieden. Als Projekt Futurisierung von Politik hat es uns interessiert, wie ein Dialog zwischen Aktivistinnen und Aktivisten aus sehr unterschiedlichen Kontexten zum Thema Gesellschaftsvorstellungen aussehen kann und was sich aus diesem Austausch für die Entwicklung nachhaltiger Gesellschaften lernen lässt.

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Das Scheit und die Flamme: Was uns das Feuer über den Wandel zur Nachhaltigkeit lehrt

In regelmäßigen Abständen findet an verschiedenen Orten der Welt das „Green Me Global Festival for Sustainability“ statt. In den letzten Jahren inspirierte jeweils eines der Ele-mente Erde – Wasser – Luft das Motto, das die dort gezeigten Filme, Initiativen und Dis-kussionen verband. Auch das IASS war mit verschiedenen seiner Projekte beteiligt. Die 11. Ausgabe des Festivals wird im Oktober 2018 in Berlin stattfinden unter dem Titel „Action, Passion, Fire“. Das Element FEUER diente denn auch als Überschrift und Thema einer Dinner Speech, die ich am 3. Mai bei einer Veranstaltung für Sponsoren und Unterstützer des Festivals gehalten habe. Aus dieser Rede stammen die folgenden Gedanken zum Thema Feuer und Nachhaltigkeit.

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Durch Achtsamkeit zum klimaverträglichen Leben

Das Wissen um die globale Erwärmung und ihre Folgen für Mensch und Natur ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Das Ziel des Pariser Klimaabkommens, die Erwärmung bis 2100 auf deutlich weniger als 2°C Erwärmung gegenüber vorindustriellem Niveau zu beschränken, ist weithin bekannt. Viele Vorschläge, die menschlichen Emissionen von CO2 zu reduzieren, setzen auf den...

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