Headline: Systemische Wechselwirkungen: Natur, Technologie, Gesellschaft

Die aktuellen globalen Transformationsprozesse stellen die Nachhaltigkeitsforschung vor große Herausforderungen, zumal die Transformationsprozesse nicht ohne inhärente Widersprüchlichkeiten oder Risiken vonstattengehen. Viele dieser Transformationsprozesse, zum Beispiel Globalisierung und Digitalisierung, entspringen dem Spannungsfeld von Technologie, Natur und Gesellschaft. Der Bereich „Systemische Wechselwirkungen" analysiert die komplexen Wechselwirkungen zwischen Technologie, Natur und Gesellschaft vor dem Hintergrund globaler Transformationsprozesse. Jede Gruppe des Bereichs analysiert diese Wechselwirkungen aus einem eigenen Blickwinkel und komplettiert dadurch die Analysen der anderen Forschungsgruppen im Bereich. Der Bereich verfolgt damit das übergeordnete Forschungsziel, die Bedingungen einer nachhaltigen gesamtgesellschaftlichen Entwicklung interdisziplinär zu erforschen. Ebenso sollen Handreichungen für die Politikberatung entwickelt werden, um die Forschungsergebnisse transformativ umzusetzen. Im Einzelnen erforscht die Gruppe "Digitalisierung" die Potenziale und Risiken der Digitalisierung von Kommunikation, Dienstleistungen und industrieller Produktion für eine Transformation in eine nachhaltige Wirtschafts- und Gesellschaftsstruktur. Die Forschung der Gruppe analysiert mittels transdisziplinärer Forschungsansätze die Auswirkungen und Wechselwirkungen moderner digitaler Technologien und Dienstleistungen auf Natur und Gesellschaft. Die Gruppe "Luftqualität" untersucht, wie durch die Nutzung von Technologien luftverschmutzende Stoffe und Treibhausgase emittiert werden und welche Wechselwirkungen es zwischen Luftverschmutzung und Klimawandel gibt. Wie kann Forschung vor diesem Hintergrund dazu beitragen, eine nachhaltige Gesellschaftsentwicklung voranzutreiben? Die Gruppe "Climate Engineering" untersucht, wie Ideen zu technologischen Interventionen in das globale Klima Eingang finden in Wissenschaft, Gesellschaft und Politik und wie sich dabei wissenschaftliche Expertise und gesellschaftliche Ordnungsvorstellungen entwickeln und gegenseitig beeinflussen. Die Gruppe "Systemische Risiken" erforscht die Effekte der systemischen Wechselwirkungen im Spannungsfeld von Technologie, Natur und Gesellschaft. Die interdisziplinäre Forschung der Gruppe analysiert die Risiken und Potenziale von Transformationsprozessen für eine nachhaltige Entwicklung und generiert Politikempfehlungen für die transdisziplinäre und transformative Governance systemischer Risiken.

News

SAPEA-Report

EU-Politik braucht wissenschaftliche Expertise

Die europäische Organisation SAPEA (Science Advice for Policy by European Academies) hat sich in ihrem neuen Bericht für die Wissenschaftsberatung der Politik ausgesprochen: Durch die Bereitstellung des besten verfügbaren Wissens werde die Politikgestaltung dabei unterstützt, globale und komplexe Herausforderungen wie etwa den Klimawandel anzugehen. Den Bericht erstellte eine internationale Arbeitsgruppe unter Vorsitz von Ortwin Renn vom Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung (IASS).

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Auszeichnung

Verdienstorden für IASS-Direktor

Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat 18 Persönlichkeiten mit dem Verdienstorden seines Bundeslandes ausgezeichnet. Unter den Geehrten ist auch Professor Ortwin Renn, wissenschaftlicher Direktor am Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung (IASS). Besonders hervorzuheben seien seine Verdienste in der Umsetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse in Politik, Verwaltung und Management.

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Blog Posts

Gedanken zur Digitalagenda des Bundesumweltministeriums

Das Thema Digitalisierung und nachhaltige Entwicklung ist (endlich!) in einer breiteren Öffentlichkeit angekommen. Das Eckpunktepapier für eine umweltpolitische Digitalagenda des BMU liefert ein Potpourri an Überlegungen, wie Digitalisierung in den Dienst der Nachhaltigkeit gestellt werden könnte. Ohne auf jedes Detail einzugehen, soll dieser Beitrag einen Blick darauf werfen, was das Papier zu vier zentralen Aspekten sagt – und was nicht.

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Industrie 4.0 – Effizienzwunder oder Ressourcenschleuder?

Seit seiner Etablierung im Jahr 2011 hat der Begriff Industrie 4.0 sowohl national als auch international eine rasche Verbreitung erfahren. Industrie 4.0 basiert auf vernetzten digitalen Prozessen, bei denen Fertigungssysteme und Objekte informationstechnisch miteinander verknüpft sind und kontinuierlich Informationen austauschen. Die Fertigung wird dabei von dezentral miteinander verbundenen und interagierenden Maschinen übernommen, die dazu befähigt sind, sich flexibel selbst zu organisieren und optimieren. Industrie 4.0 steht somit für eine grundlegende Transformation des produzierenden Gewerbes.

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