Headline: Klimawandel und Gesundheit: Die Botschaft der COP24

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eines Seminars zu Gesundheit bei der COP24, darunter die Autorin (vordere Reihe, 3. von links).
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eines Seminars zu Gesundheit bei der COP24, darunter die Autorin (vordere Reihe, 3. von links). IASS/Kathryn Bowen

Aus jüngsten Schätzungen geht hervor, dass der Wert der Gesundheitsvorteile durch den Klimaschutz auf globaler Ebene etwa doppelt so hoch ausfallen dürfte wie die Kosten von Klimaschutzmaßnahmen; sogar noch günstiger ist das Kosten-Nutzen-Verhältnis in Ländern wie Indien und China.

Mit jedem Jahr rücken Gesundheitsfragen auf der COP ein wenig mehr in den Vordergrund. Regelmäßig findet ein Thementag zu Klima und Gesundheit statt, der sich reger Beteiligung erfreut, sowie ein Tag zu Entwicklung und Klima, der ebenfalls gesundheitsrelevant ist. Mit der Ernennung des neuen WHO-Generaldirektors Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus wurde das globale Engagement für den Klimaschutz wiederbelebt. Der neue Generaldirektor hat Maßnahmen gegen den Klimawandel zu einem Schwerpunktthema der WHO erklärt. Dr. Ghebreyesus erklärte zum Erscheinen des Sonderberichts der WHO zu Klimawandel und Gesundheit, das Pariser Abkommen sei „möglicherweise das stärkste Gesundheitsabkommen des Jahrhunderts”.

Der Bericht hat große Aufmerksamkeit geweckt, was teilweise daran liegen dürfte, dass er klare Empfehlungen gibt und zum Beispiel die Länder aufruft, in allen Kosten-Nutzen-Analysen zum Klimaschutz die Gesundheit zu berücksichtigen. Außerdem wird empfohlen, dass Länder mittels ihrer geplanten Klimaschutzbeiträge (NDCs) konkrete Verpflichtungen zur Reduktion kurzlebiger Klimaschadstoffe eingehen, dass Zusagen zur Bewertung und zum Schutz der Gesundheit in der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC) und im Pariser Abkommen auf nationaler und globaler Ebene mittels funktionsfähiger Mechanismen umgesetzt werden und dass die Gesundheitsauswirkungen von Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen in wirtschafts- und steuerpolitische Maßnahmen Eingang finden. Aus jüngsten Schätzungen, die der Bericht zitiert, geht hervor, dass der Wert der Gesundheitsvorteile durch den Klimaschutz auf globaler Ebene etwa doppelt so hoch ausfallen dürfte wie die Kosten von Klimaschutzmaßnahmen; sogar noch günstiger ist das Kosten-Nutzen-Verhältnis in Ländern wie Indien und China.

Auf der COP24 gab es auch einige ganz neue gesundheitsbezogene Veranstaltungen, wie etwa die Präsentation des UNEP Adaptation Gaps Report (Klimaanpassungsbericht des Umweltprogramms der Vereinten Nationen), der erstmals den Schwerpunkt auf die Gesundheit legte, und eine Veranstaltung im Pavillon der Multilateral Development Banks (MDB) über die Erkenntnisse aus einem gesundheits- und klimabezogenen technischen Hilfsprojekt in der Mekongregion (Laos, Vietnam und Kambodscha), das von der Asiatischen Entwicklungsbank geleitet und vom Nordic Development Fund finanziert wurde (Foto).*

Bemerkenswert ist auch, dass mindestens eine Länderdelegation – Thailand – Vertreter des Gesundheitssektors in ihr Verhandlungsteam aufnahm. Möglich, dass es noch mehr waren und ich es nicht erfahren habe. Vielleicht sollte der Gesundheitssektor dies als Orientierungswert betrachten, um beurteilen zu können, inwieweit die Gesundheitsbotschaft in den Verhandlungen durchdringt – diese Beteiligung beruht auch auf einer starken und erfolgreichen Partnerschaft zwischen den staatlichen Gesundheits- und Umweltministerien, die nicht in jedem Land gewährleistet ist.

Hoffen wir also, dass diese Veranstaltungen und die erstarkte Führung seitens der WHO für den Klimaschutz und dessen klare Vorteile für Gesundheit, Umwelt und Wirtschaft auch am Verhandlungstisch Folgen zeigen und schließlich etwas bewirken werden.

* Ich habe als Hauptautorin am UNEP Adaptation Gaps Report und als technische Beraterin beim ADB-Projekt mitgewirkt.

 

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