UNIDO-Bericht untersucht Potenziale der Industrie 4.0 für die Wende zu nachhaltiger Energie

Ein neuer, heute von der Organisation der Vereinten Nationen für industrielle Entwicklung (UNIDO) herausgegebener Bericht untersucht die Chancen und Herausforderungen der Vierten Industriellen Revolution, auch als Industrie 4.0 bezeichnet, die Wende hin zu nachhaltiger Energie zu beschleunigen. Der Bericht, erstellt in Zusammenarbeit mit dem deutschen Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung (IASS) und der indonesischen Denkfabrik Sustainability & Resilience.Co (su-re.co), enthält zudem zentrale Empfehlungen für eine zukünftige Politik.

Industrie 4.0 bietet neuartige Produktionsmethoden und Geschäftsmodelle auf Grundlage digitaler Technologien wie der automatisierten Produktionssteuerung, der Augmented Reality und des Internets der Dinge. Solche Technologien könnten die Umstellung auf erneuerbare Energien bei der Produktherstellung vorantreiben, die Kohlendioxidemissionen vermindern, die Energienutzung optimieren, die Produktivität erhöhen und Kosten einsparen. Doch Industrie 4.0 birgt auch Herausforderungen – etwa mit Blick auf die Fähigkeit der Länder, neue Technologien beim Herstellungsprozess rasch und effizient einzuführen. Die Gefahr: Die Ungleichheit unter den Ländern könnte weiter wachsen. Die Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen, damit alle Länder vom Potenzial der neuen Technologien gleichermaßen profitieren, werden im Bericht aufgezeigt.

„Wir müssen gewährleisten, dass die Zukunft von Industrie 4.0 nachhaltig gestaltet wird, damit sowohl Industrie- als auch Entwicklungsländer ihre Industrien in Richtung einer nachhaltigeren Zukunft transformieren können“, erklärte Grischa Beier, der am IASS ein Projekt zum Thema „Digitalisierung und Auswirkungen auf Nachhaltigkeit“ leitet.

Wege zu nachhaltiger Energie

Der Bericht beleuchtet zwei Entwicklungswege hin zu mehr nachhaltiger Energie: Industrieländer könnten ihre Produktionssysteme im Wege der Umrüstung energieeffizienter machen, während Entwicklungsländer bei der Industrialisierung gleich moderne digitale Technologien einführen könnten - etwa intelligente Fabriken im Verbund mit Smart Grids. Die Autoren des Berichts weisen darauf hin, dass die Energierevolution der Unterstützung durch eine Politik bedarf, die den Wandel hin zu nachhaltigen Energiesystemen befördert. Zugleich enthält der Bericht konkrete politische Empfehlungen.

„UNIDO kann Regierungen bei der Schaffung geeigneter Rahmenbedingungen beraten“, sagte Takeshi Nagasawa, Experte für Programmmanagement bei UNIDO. „Als Plattform für Wissensvermittlung und Projektentwicklung kann UNIDO dabei helfen, dass die nachhaltigen Energieaspekte von Industrie 4.0 auch tatsächlich zum Tragen kommen. Dafür müssen bestehende Systeme umgerüstet und technologische Entwicklungsstufen übersprungen werden.“

Digitalisierung im Einklang mit nachhaltigen Entwicklungszielen

Der Bericht weist auch darauf hin, dass eine verstärkte Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien und ein erweiterter Internetzugang potentiell einen Multiplikatoreffekt in sich bergen, der zur Umsetzung verschiedener nachhaltiger Entwicklungsziele der Vereinten Nationen beiträgt. So könnten Fortschritte beim neunten nachhaltigen Entwicklungsziel zum Aufbau einer widerstandsfähigen Infrastruktur auch bei der Umsetzung weiterer Nachhaltigkeitsziele hilfreich sein – beispielsweise beim siebten Ziel zur Sicherung des Zugangs zu bezahlbarer Energie für alle oder beim Ziel 13 zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen.

Eine Kurzfassung des Berichts finden Sie hier.

Den vollständigen Bericht finden Sie hier.

30.08.2017