Art and the Environment Kunst und Umwelt: Heinrich-Böll-Stiftung und IASS bringen Ausstellung zur nachahmung empfohlen! nach Chile

Welche Antworten hat die Kunst auf globale Herausforderungen wie den Klimawandel, die Endlichkeit der Energiereserven und das Schwinden der Biodiversität? Eine Ausstellung mit umfangreichem Rahmenprogramm zur Förderung des Dialogs in Valparaíso untersucht Transformationen hin zu einer nachhaltigeren Welt.

Das IASS und das Regionalbüro Cono Sur der Heinrich-Böll-Stiftung (HBS) starten eine innovative Veranstaltungsreihe in Chile, um den Dialog an der Schnittstelle zwischen Kunst, Politik und Nachhaltigkeit voranzubringen. Im Mittelpunkt des Programms steht die gefeierte internationale Kunstausstellung zur nachahmung empfohlen! – expeditionen in ästhetik und nachhaltigkeit. Das Programm umfasst Podiumsdiskussionen, Workshops, Führungen, Darbietungen und Videovorführungen rund um das Thema Nachhaltigkeit. Die Veranstaltungen werden vom 9. Juni bis zum 13. August 2017 im Parque Cultural Valparaiso und anderen Orten in der Stadt stattfinden. Die Ausstellung wird von mehreren Initiativen in dem Bemühen unterstützt, ein Gespräch über nachhaltigere Lebensmodelle mit der lokalen Bevölkerung sowie mit Künstlern, Politikern und Wissenschaftlern aus verschiedenen Ländern in Gang zu setzen.

Welche Rolle haben künstlerische Intervention und ästhetische Erfahrung für Fragen der nachhaltigen Entwicklung? Diese Frage erforschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Potsdam und Valparaíso. © Sonja LinkeWelche Rolle haben künstlerische Intervention und ästhetische Erfahrung für Fragen der nachhaltigen Entwicklung? Diese Frage erforschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Potsdam und Valparaíso. © Sonja Linke

Chile hat unter dem Klimawandel schwer zu leiden

Chile gehört zu den zehn Ländern, die der Klimawandel am härtesten trifft. Überschwemmungen haben Todesopfer gefordert und dafür gesorgt, dass tausende Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben. Waldbrände haben Wohnhäuser, Weiden und Vieh vernichtet; 80 Prozent des Landes sind von Dürren betroffen. Die Folgen von Flutwellen, Sturmfluten und ein stetiger Anstieg der Durchschnittstemperaturen unterstreichen das Ausmaß der ökologischen Krise. Die Verknappung von Ressourcen führt in eine Krise, mit der das Risiko schwerer Territorialkonflikte steigt. Politiker und Akteure aus der gesamten Gesellschaft müssen jetzt zusammenarbeiten, um Antworten auf diese Herausforderungen zu finden. Die Organisatoren hoffen, dass das Programm in Valparaíso den Wandel hin zu einer nachhaltigen Zukunft inspiriert und unterstützt.

Im Rahmen dieser Debatte stellt die präsentierte Kunst Empfindungen, Befürchtungen und Hoffnungen dar und regt Phantasie und kritisches Denken an. Um die Rolle der künstlerischen Intervention und der ästhetischen Erfahrung für Fragen der nachhaltigen Entwicklung zu bewerten, wird das IASS gemeinsam mit jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Valparaíso soziologische Untersuchungen mit den Besuchern von zur nachahmung empfohlen! durchführen. Anhand von Interviews, Beobachtung und Gruppendiskussionen werden sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit dem Kunsterlebnis der Öffentlichkeit beschäftigen. Aufgrund der gesammelten Eindrücke werden sie das Potenzial der Künste im Hinblick auf Fragen der Nachhaltigkeit bewerten können.

Kreative Überlegungen für eine nachhaltige Gesellschaft

Die Ausstellung zur nachahmung empfohlen!, konzipiert von der Kuratorin und ehemaligen Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Berlin Adrienne Goehler, führt die Werke von mehr als 60 Künstlerinnen und Künstlern aus verschiedenen Teilen der Welt zusammen. Ausgehend von einem Verständnis von Ästhetik als Kanal für die Konstruktion anderer möglicher Welten, lädt zur nachahmung empfohlen! die Besucher ein, über eine nachhaltige Gesellschaft nachzudenken und kreativ zu handeln. Die Ausstellung wurde seit 2010 in 15 Städten gezeigt, darunter Berlin, Mumbai, Addis Abeba, Peking, São Paulo, Puebla (Mexiko) und Lima, und ist auf jeder Station durch Hinzufügung neuer Werke gewachsen.

Das Dialogprogramm in Valparaíso gruppiert sich um vier thematische Achsen:

1) „Territorien und Ressourcen: umstrittene Entwicklungsmodelle“ (8. – 11. Juni)

2) „Nahrungsmittelsouveränität und die Herausforderungen des Klimawandels“ (29. Juni – 2. Juli)

3) „Wasser: Privateigentum oder Gemeingut?” (3. – 5. August)

4) „Städte und Bürger der Zukunft“ (10. – 12. August)

Die verschiedenen Aktivitäten bei zur nachahmung empfohlen! sind für die Öffentlichkeit zugänglich.

Weitere Informationen:

06.06.2017