Claus Leggewie forscht als Senior Fellow am IASS über Nachhaltigkeit in der Politik

Claus Leggewie © KWI/Volker WiciokClaus Leggewie © KWI/Volker Wiciok

Politiker stehen vor der Herausforderung, nachhaltige Zukunftsgestaltung in einen Zeithorizont von wenigen Jahrzehnten einzuordnen. Die Bekämpfung des Klimawandels erfordert rasche Reduzierungen von Treibhausgasemissionen, und um den rasanten Verlust an Biodiversität zu verringern, müssen ambitionierte Naturschutzpläne umgesetzt werden. Hohe private und öffentliche Verschuldungen führen zur Implementierung von „Schuldenbremsen“. „An diesen Beispielen wird deutlich, dass zu den üblichen Gestaltungsaufgaben von Politik, die auf Umverteilungen zwischen sozialen Schichten und in regionaler Hinsicht hinausliefen, eine temporale Dimension hinzugetreten ist, die zum Beispiel in der Generationengerechtigkeit zum Ausdruck kommt“, erläutert der Sozialwissenschaftler Claus Leggewie. Das Thema „Zeit und Nachhaltigkeit“ ist einer der Schwerpunkte, denen er sich seit dem 1. September 2017 als Senior Fellow am IASS widmet.

Claus Leggewie befasste sich schon als Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) und bis August 2017 als Direktor des Kulturwissenschaftlichen Instituts  Essen (KWI) intensiv mit Problemen der Nachhaltigkeit. DIe „politische Ökologie“ entdeckte er schon in der Studienzeit in Paris in den 1970er Jahren und ist dem Thema treu geblieben, zuletzt mit der Etablierung des Forschungsbereichs „KlimaKultur“ am KWI. Mit IASS-Direktorin Patrizia Nanz veröffentlichte Leggewie 2016 das Buch „Die Konsultative. Mehr Demokratie durch Bürgerbeteiligung“. In einer Neuauflage wollen die beiden Autoren das Thema „Zukunftsräte“ vertiefen.

Leggewie wurde zunächst für ein Jahr ans IASS berufen, mit der Möglichkeit der Verlängerung um ein weiteres Jahr. Er arbeitet in IASS-Forschungsprojekten zu Demokratie und Partizipation mit und bietet Vorträge und Workshops an.

06.09.2017