Bodenschutz für nachhaltige Entwicklung: Global Soil Week 2017 formuliert Empfehlungen für UN

Dem Bodenschutz ist kein eigenes UN-Nachhaltigkeitsziel gewidmet. Gesunde Böden sind jedoch Voraussetzung für mehrere der 17 Ziele und 169 Unterziele, allen voran für die Ernährungssicherheit (Ziel 2). Vom 22. bis 24. Mai 2017 haben rund 300 Akteurinnen und Akteure aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft bei der vierten Global Soil Week über Impulse für die Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele durch Überprüfungsmechanismen für Maßnahmen zu Land und Boden diskutiert. Ziel des Treffens war es, Politik-Empfehlungen für das Hochrangige Politische Forum zu nachhaltiger Entwicklung der Vereinten Nationen zu formulieren, das vom 10. bis 19. Juli zusammentritt. 

Im Mittelpunkt der Global Soil Week 2017 standen die UN-Nachhaltigkeitsziele. © IASS/Piero ChiussiIm Mittelpunkt der Global Soil Week 2017 standen die UN-Nachhaltigkeitsziele. © IASS/Piero Chiussi

Die öffentliche Debatte müsse sich stärker auf die komplexen Ursachen für Bodendegradation konzentrieren, sagte Thomas Gass von der UN-Hauptabteilung für wirtschaftliche und soziale Angelegenheiten in seiner Keynote. Zu häufig warte die Politik, bis Probleme so gravierend geworden seien, dass eine schnelle Lösung hermüsse. Boden-Fachleute könnten die Expertise des Hochrangigen Politischen Forums stärken, indem sie auf wichtige Verbindungen zwischen den Nachhaltigkeitszielen hinwiesen. Stefan Schmitz vom Bundesentwicklungsministerium bezeichnete es als Aufgabe der Global Soil Week, das Bewusstsein dafür zu schärfen, dass die Überprüfung der Nachhaltigkeitsziele sich zu einem kollektiven Lernprozess entwickeln kann.

Aus den Diskussionen gingen fünf politische Botschaften hervor, die die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in die Diskussionen des Hochrangigen Politischen Forums einbringen wollen:

  • Höhere Investitionen in verantwortungsvolles Landmanagement sowie eine Überwachung der Fortschritte sind notwendig.
  • Konsum- und Produktionsmuster in Ländern mit hohem Konsum müssen sich ändern, denn sie verursachen die Bodendegradierung in anderen Teilen der Welt.
  • In der Raumplanung ist ein integrierter Ansatz für das Land-Stadt-Kontinuum – die Überzeugung, dass es zwischen „wirklich städtisch“ und „wirklich ländlich“ viele Graustufen gibt – nötig.
  • Landbesitz und Landrechte für schutzbedürftige Gruppen können durch Anerkennung der Tatsache verbessert werden, dass Menschenrechte durch knapper werdenden Raum für die Zivilgesellschaft unter Druck sind.
  • Zwischen Ziel 2 (Kein Hunger) und Unterziel 15.3 (Landdegradationsneutralität) muss eine Brücke entstehen, damit durch die Sanierung geschädigten Bodens und ein verantwortungsvolles Landmanagement Ernährungssicherheit gewährleistet wird.

Während der Abschlussveranstaltung verlieh die International Union of Soil Sciences (IUSS) dem Gründungsdirektor des IASS, Klaus Töpfer, den IUSS Distinguished Service Award. Jochen Flasbarth vom Bundesumweltministerium würdigte Töpfers Engagement für den Bodenschutz auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene. Verdienstvoll sei auch Töpfers Einsatz für die Berücksichtigung von Böden in den UN-Nachhaltigkeitszielen.

Das IASS war zum letzten Mal Veranstalter der Global Soil Week. Künftig übernimmt der von Klaus Töpfer und dem ehemaligen IASS Senior Fellow Alexander Müller gegründete Thinktank TMG die Koordination. Das Bundesentwicklungsministerium wird die Global Soil Week weiterhin unterstützen.

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07.06.2017