Der Wasser-Energie-Nexus

Die Verknüpfung zwischen Wasser- und Energieversorgung ist in den letzten Jahren zunehmend in den Blickpunkt internationaler Politik gerückt, da die Nachfrage nach beiden Ressourcen steigt und die Versorgungssicherheit in vielen Regionen nicht gewährleistet ist. Verfügbarkeit von Wasser ist eine Grundvoraussetzung für Energieversorgung. Umgekehrt ist auch die Wasserversorgung auf Energie angewiesen. Energie wird benötigt, um Wasser zu fördern, zu behandeln und zu transportieren. Darüber hinaus ist der Energiesektor auch Verursacher von Wasserverschmutzung, zum Beispiel im Zuge von Erdölförderung, Fracking und Kohleabbau. Nutzungskonflikte zwischen dem Wasser- und dem Energiesektor lassen sich nicht komplett auflösen. Sie lassen sich jedoch abmindern.

Für eine global nachhaltige Versorgung mit Wasser und Energie ist vernetztes Denken (und Handeln!) unerlässlich. Dies bedeutet, Wasser und Energie zusammenzudenken und so zu handeln, dass Nutzungskonflikte gemindert und Synergien ausgeschöpft werden. Technologische Lösungen können dabei eine zentrale Rolle spielen. So kann der vermehrte Einsatz von Windenergie und Photovoltaik den Wasserverbrauch und die Wasserverschmutzung bei der Stromgewinnung stark reduzieren. Technologische Lösungen allein werden jedoch nicht ausreichen. Letztendlich entscheiden ökonomische Kalküle, politische Entscheidungsprozesse und Machtbeziehungen, wie der Wasser-Energie-Nexus umgesetzt wird.

Die Plattform Energiewende des IASS nimmt daher Governance-Fragen zum Wasser-Energie-Nexus in den Blick. Wir untersuchen einerseits, inwiefern der Nexus-Ansatz bereits implementiert wird, wo die Implementierung besonders gut funktioniert und warum dies der Fall ist. Zum anderen analysieren wir aber auch solche Fälle, in denen die Vernetzung von Wasser- und Energiepolitik besonders wichtig wäre, bislang aber nicht geschieht. Hier gilt es herauszufinden, welche Faktoren die Implementierung erschweren oder sogar behindern und inwiefern sich sinnvolle Interventionspunkte identifizieren lassen. Ein wichtiges übergeordnetes Ziel unserer Arbeit ist, das Potenzial des Nexus-Ansatzes als Hebel für nachhaltige Entwicklung zu untersuchen.

Weiterführende Informationen zum Wasser-Energie-Nexus finden Sie hier:

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