Themen

Die Forschung des IASS orientiert sich vor allem an drei politische Prozessen: Auf den globalen und nationalen Prozess zur Umsetzung der UN-Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals, SDGs), auf die Energiewende und die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens. Diese politischen Prozesse stellen zentrale Herausforderungen für die Industrie- und die Entwicklungsländer dar. Sie erfordern entscheidende Schritte und Maßnahmen, um die SDGs und weitgehend kohlenstofffreie Wirtschaften und Gesellschaften zu erreichen.

Die drei Themenschwerpunkte im Überblick:

Das IASS entwickelt gemeinsam mit anderen Akteuren eine Wissenschaftsplattform zur Umsetzung der SDGs (kurz: SDG-Plattform). Sie entsteht im Zusammenhang mit der neu aufgelegten Nachhaltigkeitsstrategie, deren Entwurf die Bundeskanzlerin im Juni 2016 vorstellte. Die SDG-Plattform wird die Nachhaltigkeitsziele stärker in die deutsche Wissenschaftslandschaft tragen und den Austausch zwischen Wissenschaft und Politik intensivieren. Unter der Leitung der wissenschaftlichen Direktorin Patrizia Nanz wird das IASS als Träger der Geschäftsstelle bei der Themensetzung und der Koordinierung der Plattform eine herausragende Rolle einnehmen.

Der IASS-Forschungsschwerpunkt zur nationalen und internationalen Energieversorgung wird unter der Leitung des wissenschaftlichen Direktors Ortwin Renn ausgebaut, um einen erfolgreichen Umbau in kohlenstoffarme Energiesysteme zu befördern. Die soziale Verträglichkeit der Energiewende wird dabei ein Kernthema sein. Mit einem Sozialen Nachhaltigkeitsbarometer, das das IASS als Monitoring-Instrument entwickelt, sollen soziale Entwicklungen und deren Konsequenzen empirisch-analytisch erfasst werden, um eine Bewertung der sozialen Folgen und Nebenfolgen der Energiewende zu ermöglichen. Weitere Schwerpunkte sind die Dekarbonisierung der Energiesysteme und die internationale Dimension der Energiewende mit dem Fokus auf ein nachhaltiges und für alle zugängliches Angebot an grundlegenden Energiedienstleistungen wie Beleuchtung, Verkehr oder Strom für Kühlschränke und sonstige Geräte.     

Das Pariser Klimaabkommen hat neue Rahmenbedingungen für den Klimaschutz geschaffen. Mit dem Ziel, die weltweite Erwärmung auf weit unter 2 Grad zu begrenzen, befördert es auch Überlegungen zu gezielten technischen Eingriffen zur Abkühlung des Klimas, die mit dem Begriff „Climate Engineering“ zusammengefasst werden. Unter der Leitung des wissenschaftlichen Direktors Mark Lawrence beschäftigt sich das IASS mit den potenziellen Auswirkungen, Unsicherheiten und Risiken des Climate Engineering. Weitere Projekte rund um die Klimaforschung widmen sich den Zusammenhängen zwischen Klimawandel und Luftverschmutzung und der Frage, wie Politikberatung gestaltet werden sollte, um die Luftqualität in Deutschland, Europa und Südasien zu verbessern.

Die Wissenschaftler analysieren auch die Wechselwirkungen zwischen Wissenschaft und Gesellschaft, insbesondere den Umgang mit systemischen Risiken, wissenschaftlichen Ungewissheiten, der gesellschaftlichen Konstruktion von Zukunftsmodellen, den Folgen der laufenden Digitalisierung auf die Nachhaltigkeitsziele sowie der Legitimation von Forschung und politischen Strategien.