Kulturelle Voraussetzungen für nachhaltige Entwicklung: Erfahrungen aus Lateinamerika

Sowohl als politischer wie als wissenschaftlicher Begriff ist „Entwicklung“ in den letzten Jahrzehnten sehr einflussreich, aber auch sehr umstritten gewesen. Das Projekt „Kulturelle Voraussetzungen für Nachhaltige Entwicklung“ wollte den aktuellen internationalen Entwicklungsdiskurs ergründen und insbesondere auch die Rollen, die Umwelt und Nachhaltigkeit darin spielen.

Mithilfe von zahlreichen Experteninterviews und dialogischen Formaten – darunter eine zweitägige Konferenz, mehrere öffentliche Vorträge und interne Kolloquien – förderte das Projekt eine breite Palette von Sichtweisen auf Entwicklung zutage. Die lateinamerikanischen Gesprächspartner kamen aus der Wissenschaft (z. B. Soziologie, Geografie, Ökonomie), der Politik (darunter frühere Minister und Staatschefs), der Zivilgesellschaft und der Kunst. Ihre Thesen und Meinungen wurden mit zahlreichen ausgewiesenen Experten aus Deutschland diskutiert. Die Vorträge wandten sich an ein breiteres interessiertes Publikum und stießen auf reges Medieninteresse.

Die wichtigsten Beiträge wurden in dem Sammelband „Nachhaltige Entwicklung in einer pluralen Moderne – Lateinamerikanische Perspektiven“ veröffentlicht (Berlin, Matthes & Seitz, 2013; spanisch: Quito, Abya-Yala, 2014) veröffentlicht. In ihrer Einleitung zogen die Projektfellows Constantin von Barloewen und Manuel Rivera Bilanz bezüglich der auffälligsten Gemeinsamkeiten und Widersprüche im lateinamerikanischen Entwicklungsdiskurs. Unter den gemeinsamen Nennern stachen ein wachsendes „planetares Bewusstsein“ und eine starke Betonung des Kampfes gegen Ungleichheit heraus. Kontrovers waren die Einstellungen zu Wirtschaftswachstum und zu biozentrischer Umweltethik.

 

Download: Conference documentation “Diversity of development(s)?”, Potsdam, 26.-27. Januar 2012