Was kann daraus entstehen? Im Projekt zu Ko-Kreation werden wechselseitige Lern- und Willensbildungsprozesse verschiedener gesellschaftlicher Akteure untersucht und auch aktiv gestaltet.
Was kann daraus entstehen? Im Projekt zu Ko-Kreation werden wechselseitige Lern- und Willensbildungsprozesse verschiedener gesellschaftlicher Akteure untersucht und auch aktiv gestaltet. IASS/ Rolf Schulten

Headline: Ko-Kreation und zeitgemäße Politikberatung

Dauer:
bis

Als Beitrag zur Lösung sogenannter „wicked problems“, also von komplexen Problemen, wie sie etwa beim Übergang zur Nachhaltigkeit entstehen, ist es häufig unerlässlich, das gesamte relevante Wissen und die Expertise sowie die vielfältigen (komplementären) Perspektiven in sogenannten „transdisziplinären“ Prozessen zusammenzuführen. Bei diesen Prozessen besteht die eigentliche Herausforderung darin, Spielraum nicht nur für den Wissenstransfer zu schaffen, sondern auch für die Ko-Kreation von Lösungen auf der Grundlage gemeinsamen Wissensstandes und gemeinsamer Kenntnisse. Wie jedoch solche ko-kreativen Prozesse ablaufen und weiterentwickelt werden können (z.B. bestimmte Formate), um eine sozio-ökologische Transformation hin zur Nachhaltigkeit zu fördern), ist noch weitgehend unklar. Ziel dieses Projekts ist die Entwicklung eines ganzheitlichen Verständnisses der ko-kreativen Konzepte und Methoden und der Anwendung sowie Erprobung praktischer Formate für eine effektive Ko-/gemeinsamme Generierung von Wissen und Handlungsmöglichkeiten über die Grenzen von Wissenschaft, Politik, Bürokratie, Zivilgesellschaft und Wirtschaft hinweg. Damit soll ein Rahmen geschaffen werden für eine „IASS-spezifische politische Beratung“/“IASS Approach to Policy Advice“, die effektive Methoden ermöglicht, alle relevanten Wissensformen in ein handlungsorientiertes politisches Engagement zu überführen. In diesem Projekt sollen bestimmte Beispiele ko-kreativer Prozesse experimentell erprobt und eine kritische Reflexion darüber durchgeführt werden, um nachhaltige Instrumentarien für das jeweils angestrebte Design und eine strategische Evaluation zu entwickeln. Dieser Prozess wird auf drei Ebenen stattfinden (auf der konzeptuellen-, der empirischen und der praktischen Ebene). Auf der Grundlage der so erworbenen Kenntnisse soll das Projekt konzeptuelle und praktische Hilfe für alle anderen Projekte im IASS liefern, die sich in Zusammenarbeit mit anderen Akteuren um handlungsorientiertes Wissen bemühen. Dazu gehört beispielsweise die Unterstützung beim Design ko-kreativer Prozesse im Kontext der Energiewende. Außerdem wird in diesem Projekt auch eine Zusammenarbeit mit dem Projekt AMA stattfinden, um die Relevanz menschlicher Eigenschaften und Denkweisen in ko-kreativen Prozessen zu untersuchen. Das Projektteam selbst wird als selbst-organisierte, ko-kreative Gruppe ohne eine einzelne Führungsperson konzipiert. Ein Ziel des Projekts ist die wissenschaftliche Reflexion des Arbeitsprozesses und die (induktive) Entwicklung von Strategien der Selbstorganisation.