Eine nachhaltige Atmosphäre für das Kathmandu-Tal (SusKat)

Südasien ist ein Brennpunkt der globalen Luftverschmutzung. Schadstoffe in der Luft gelten dort als größtes umweltbedingtes Gesundheitsrisiko. Sie sind verantwortlich dafür, dass allein in diesem Teil der Welt jährlich rund zwei Millionen Menschen vorzeitig sterben. Besonders heikel ist die Situation in Nepal: Das Kathmandu-Tal gehört zu den Regionen mit der höchsten Luftverschmutzung weltweit. Die wichtigsten Ursachen für die enorme Schadstoffbelastung und die jeweilige Bedeutung verschiedener Verschmutzungsquellen waren lange Zeit unbekannt. Schon 2012 startete das IASS deshalb das Projekt „Nachhaltige Atmosphäre für das Kathmandu-Tal“ (SusKat).

Schadstoffe in der Luft messen und reduzieren

Das Forschungsprojekt widmet sich fünf Kernaufgaben: Verbesserung der wissenschaftlichen Datenbasis, Identifikation von Maßnahmen zur Risikominderung, Einbeziehung von Interessengruppen vor Ort, Entwicklung wissenschaftlicher Kapazitäten und Sensibilisierung von Bevölkerung und politischen Entscheidungsträgern. Ziel ist es, die Luftverschmutzung in Nepal aktiv zu senken. Das Projekt ist in verschiedenen Phasen konzipiert. Die ersten beiden Phasen konzentrieren sich auf die wissenschaftlich gesicherten Grundlagen und den Aufbau von Beziehungen, um die ganze Bandbreite beteiligter Akteure als Plattofrm zusammenzubringen. Die dritte Phase, die Mitte 2017 beginnt,hat ihren Schwerpunkt auf dem Kapazitätsaufbau und der Einbeziehung von Stakeholdern, um die vielversprechendsten Maßnahmen für saubere Luft zu identifizieren und ihre Umsetzung zu unterstützen.

Öffentliches Bewusstsein schärfen

In der dritten Forschungsphase geht es darum, auf der Grundlage der in den ersten beiden Phasen erhobenen Daten wissenschaftlich fundierte Maßnahmen zu benennen, die spezifische Bedingungen in Nepal berücksichtigen. Flankierend soll das Projekt den Dialog zwischen Wissenschaft und Politik vorantreiben und mehr öffentliches Bewusstsein für das Thema Luftverschmutzung zu schaffen. Ein weiteres Anliegen des Projekts besteht darin, die Kapazitäten von nepalesischen Forschern und Institutionen für die Umsetzung vor Ort zu verbessern. Denn im Sinne einer Hilfe zur Selbsthilfe soll die Verantwortung für zukünftige Messungen und für Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität Schritt für Schritt an lokale Forschungsinstitute und staatliche Behörden übergehen.

Die Forschungsergebnisse werden in wissenschaftlichen Artikeln und Konferenzbeiträgen veröffentlicht. Zentrale Vorhaben sind die Publikation einer Liste von möglichen Maßnahmen zur Verringerung der Schadstoffbelastung in der Luft sowie die Organisation von Dialogveranstaltungen. 

Laufzeit:

01/2017 bis 12/2018

Projektpartner:

  • Ministry of Population and Environment (MoPE), Nepal
  • International Centre for Integrated Mountain Development (ICIMOD)
  • Über 20 Forschungseinrichtungen und Universitäten aus aller Welt (Liste kann auf Anfrage zur Verfügung gestellt werden
  • Nichtregierungsorganisationen (NGOs)
  • Vertreter des privaten Sektors

Themen:

Luftqualität, Messungen, Emissionen, öffentliches Bewusstsein, Politik

Team:

Wissenschaftlicher Projektleiter: Dr. Maheswar Rupakheti

Wissenschaftliche Mitarbeiterin: Dr. Andrea Mues (Atmosphärenmodellierung)

Verantwortliche Direktoren: Prof. Mark Lawrence, Prof. Ortwin Renn

Teamassistentin: Tanja Baines