Grünes Wachstum und Win-Win-Strategien als Beitrag zu klimaschonendem Handeln (Green-Win)

Beim Konzept des grünen Wachstums stehen Win-Win-Strategien im Mittelpunkt, die Akteuren aus Wirtschaft und Gesellschaft wirtschaftliche Vorteile verschaffen und gleichzeitig geeignet sind, die Abschwächung des Klimawandels bzw. die Anpassung an seine Folgen zu unterstützen. Win-Win-Strategien umfassen ein weites Set an Handlungsalternativen, die in erster Näherung in die Kategorien Konsum, Produktion und staatliches Handeln eingeordnet werden können. Ihr jeweiliger Beitrag zu einem grünen Wachstum kann sehr unterschiedlich ausfallen und wird im Wesentlichen davon beeinflusst, ob und inwieweit sie ökonomisch tragfähig und in der Lage sind, direkt oder indirekt zur Entwicklung sogenannter grüner Geschäftsmodelle beizutragen.

Im Kern geht es bei grünen Geschäftsmodellen darum, Produkte und Dienstleistungen  bereitzustellen, die drei Ziele erfüllen: erstens ein Geschäft zu betreiben und damit dem Inhaber und seinen Beschäftigten den Lebensunterhalt zu ermöglichen, zweitens die Umwelt zu schonen und drittens das Gemeinwohl zu erhöhen. Zentrale, gleichwohl kontrovers diskutierte Hypothesen sind:

  • Win-Win-Strategien und grüne Geschäftsmodelle können zu grünem Wachstum führen.
  • Grünes Wachstum ist notwendig, um das Klimaproblem zu lösen.
  • Ein solches grünes Wachstum ist möglich.
  • Anzeichen dafür können bereits beobachtet werden.

Im Projekt Green-Win untersuchen Wissenschaftler diese Hypothesen empirisch, indem sie in drei konkreten Sektoren an jeweils mindestens drei Orten – sowohl in industrialisierten Ländern als auch in Schwellenländern – Feldforschung betreiben. Bei diesen drei Sektoren handelt es sich um Küstenschutz, Nachhaltigkeitstransformationen in Städten und Energiearmut in ländlichen Gebieten. In allen drei Sektoren haben die empirisch arbeitenden Partner des IASS die Aufgabe, in einem Ansatz der stakeholderbasierten Wissenschaft zusammen mit Akteuren vor Ort Win-Win-Strategien bzw. grüne Geschäftsmodelle zu identifizieren oder zu entwickeln und in einem standardisierten Verfahren zu dokumentieren.

Die Dokumentation soll dabei für jede identifizierte Win-Win-Strategie und jedes identifizierte Geschäftsmodell so erfolgen, dass eine Bewertung ihrer ökonomischen Validität und ihres Klimaschutzbeitrags möglich wird. Es soll auf ihrer Basis analysiert werden können, wie Win-Win-Strategien und grüne Geschäftsmodelle Einfluss auf Märkte grüner Produkte und Dienstleistungen haben und wie sie zukünftig zu einem potenziellen grünen Wachstum beitragen können.

Innerhalb des Projektverbundes hat das IASS die Aufgabe, zusammen mit den empirisch arbeitenden Projektpartnern die dokumentierten grünen Geschäftsmodelle kritisch zu hinterfragen, Rückmeldung an die Projektpartner sowie die Stakeholder zu geben und das wechselseitige Verständnis zwischen grünen Unternehmern und grünen Finanzinvestoren zu vertiefen.

Laufzeit:

09/2015 bis 08/2018

Projektpartner:

Partner im Green-Win-Projekt:

  • Global Climate Forum (Deutschland) – Projektleitung
  • Institute of Environmental Sciences and Technology, Autonome Universität Barcelona (Spanien)
  • E3-Modelling (Griechenland)
  • Environmental Change Institute, Universität Oxford (Großbritannien)
  • Ecole d'Economie de Paris (Frankreich)
  • University College London (Großbritannien)
  • The Ground_Up Association (Schweiz)
  • Deltares (Niederlande)
  • Institute for Advanced Sustainability Studies (Deutschland)
  • Global Green Growth Institute (Großbritannien)
  • Jill Jäger (Österreich)
  • European Centre for Living Technology, Università Ca’Foscari di Venezia (Italien)
  • Institute of Environmental Sciences, Universität Bogaziçi (Turkei)
  • Center for Remote Sensing and Ocean Sciences, Universität Udayana (Indonesien)
  • University of Cape Town (Südafrika)
  • 2° Investing Initiative (Frankreich)

Themen:

grüne Geschäftsmodelle, grünes Wachstum, grüne Finanzwirtschaft, nachhaltige und verantwortungsvolle Investitionen, nachhaltige Entwicklungsziele

Team:

Wissenschaftlicher Projektleiter: Dr. Armin Haas
Wissenschaftlicher Mitarbeiter: Dr. Frank Meißner
Verantwortlicher Direktor: Prof. Ortwin Renn

 

Diese Projekt wird durch Horizont 2020, das Rahmenprogramm für Forschung und Innovation der Europäischen Union im Rahmen des Fördervertrages Nr. 642018 und des schweizerischen Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation (Projekt Nr. 15.0216) gefördert.