Dezentrale Energieversorgung

Hintergrund

Im Zuge der Energiewende hin zu erneuerbaren Energien repräsentiert Dezentralisierung einen Megatrend. Das heißt, die Anzahl an dezentralen Energiequellen steigt an und viele Verbraucher, die am Stromnetz angeschlossen sind, werden gleichzeitig auch zu Erzeugern (sog. Prosumern). Diese Entwicklung stellt in den betroffenen Ländern eine Herausforderung für die Energiepolitik, die Netzbetreiber wie auch die klassischen Energieversorger dar. Einige Länder wie Deutschland haben bereits umfassende Erfahrungen mit dem Einsatz und der Integration von dezentralen Energiequellen wie Photovoltaik- und Windanlagen gemacht. Diese Erfahrung von Vorreitern der Energiewende kann wertvoll für Länder sein, die erst am Anfang dieser Transformation des Energiesystems stehen, sowohl unter technologischen als auch energiepolitischen und regulatorischen Aspekten.

Forschungsziele

Obwohl der Megatrend der Dezentralisierung bekannt ist, gilt die politische Aufmerksamkeit überwiegend dem Übertragungsnetz, da hier beim Ausbau die größten Akzeptanzproblemen bestehen. Die große Mehrheit der Kapazität der erneuerbaren Energieanlagen – in Deutschland sind es etwa 90% - sind aber in den Verteilnetzen angeschlossen.

Dieses Projekt untersucht daher die Integration dezentraler Energiequellen in das Stromnetz von Ländern, die eine Vorreiterrolle in der Energiewende spielen und reale Erfahrungen gesammelt haben. Gegenstand der Analyse sind auch die technischen und organisatorischen Aspekte der Integration im regulatorischen Kontext.

In einem ersten Schritt werden die praktischen Erfahrungen der deutschen Verteilnetzbetreiber im Rahmen einer Interviewreihe empirisch gesammelt. Das Ziel ist es, (i) diese Informationen aufzubereiten, um eine Übersicht erprobter Lösungen und Wege zu erstellen und (ii) anderen Ländern diese erprobten Lösungen und Wege für eine erfolgreiche Energiewende aufzuzeigen.

Relevante Publikationen

  • Bayer, B. (2015): Current Practice and Thinking with Integrating Demand Response for Power System Flexibility in the Electricity Markets in the USA and Germany. - Current Sustainable/Renewable Energy Reports2, 2, p. 55-62.
    DOI: http://doi.org/10.1007/s40518-015-0028-7
  • Matschoss, P., Töpfer, K. (2015): The Innovation Fund: A Complementary Financing Mechanism for Renewables and a Model for Future Infrastructure Financing? - IASS Study, November 2015.
    DOI: http://doi.org/10.2312/iass.2015.025
  • Schäuble, D., Matschoss, P., Bayer, B. (2015): Kommentar zum Grünbuch „Ein Strommarkt für die Energiewende“ (in German).
  • Jacobs, D., Schäuble, D., Bayer, B., Peinl, H., Goldammer, K., Volkert, D., Sperk, C., Töpfer, K. (2014): Civic participation and cost efficiency. Key points for the financing of renewable energies and enabling demand response. - IASS Study, April 2014. 
    DOI: http://doi.org/10.2312/iass.2014.011

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