Digitalisierung und Auswirkungen auf die Nachhaltigkeit

In den letzten Jahren ist die Digitalisierung in allen Wirtschafts- und Lebensbereichen allgegenwärtig geworden. Es ist jedoch unklar, ob und in welchem Ausmaß die Digitalisierung von Kommunikation, Dienstleistung und industrieller Produktion den Übergang in die Nachhaltigkeit fördert – oder ihn gar behindert. Trägt die digitale Revolution zur Erfüllung der Nachhaltigkeitsziele bei? Wie lässt sich der wachsende digitale Energieverbrauch mit der Energiewende vereinbaren? Und wirken sich neue, digitale Kommunikationsformen positiv auf demokratische Prozesse aus? Das Forschungsprojekt „Digitalisierung und Auswirkungen auf die Nachhaltigkeit“ untersucht die Folgen digitaler Technologien und Dienstleistungen.

Kann Digitalisierung eine nachhaltige Wirtschaftsweise unterstützen?

Ein Ziel des Projekts besteht darin herauszufinden, welche Chancen die Digitalisierung für die industrielle Produktion eröffnet. Kann Industrie 4.0 – also die Digitalisierung industrieller Prozesse - eine nachhaltigere Wirtschaftsweise ermöglichen? Wie wird sich der Ressourcenverbrauch in diesem Bereich entwickeln und welche Einsparpotenziale lassen sich ausmachen? Welche Rolle spielt der Mensch in der digitalisierten Industrie? Wie können Unternehmen die Digitalisierung für ein besseres Nachhaltigkeitsmanagement nutzen? Dabei untersuchen die Wissenschaftler auch, wie sich die Digitalisierung der industriellen Produktion global auswirkt und ob sie dazu beiträgt, eine gerechtere, nachhaltige Entwicklung zu fördern.

Fördert e-Governance Partizipation?

Ein weiteres Thema, mit dem sich das Projekt befasst, ist die Steuerung (Governance) von Nachhaltigkeitsprozessen auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene. Die Wissenschaftler wollen wissen, ob digitale Technologien Steuerungs- und Führungsprozesse positiv beeinflussen können, so dass der Übergang zur Nachhaltigkeit demokratisch und gerecht verläuft. Trägt e-Governance dazu bei, dass unterschiedliche Akteure diesen Wandel gleichberechtigt gestalten können?

Welche Chancen und Risiken birgt Digitalisierung für Entwicklungs- und Schwellenländer?

Darüber hinaus widmet sich das Projekt der Frage, wie sich Digitalisierung auf menschliche und wirtschaftliche Entwicklung in Entwicklungs- und Schwellenländern auswirkt. Dabei werden Potentiale und Rahmenbedingungen für positive Effekte der Digitalisierung betrachtet, wie bspw. die bessere Vernetzung und Marktteilnahme von Kleinstproduzenten in unterschiedlichen Bereichen. Allerdings beschäftigt sich das Projekt auch mit (nicht intendierten) problematischen Effekten, die in Entwicklungs- und Schwellenländern mit dem digitalen Wandel einhergehen.

Dazu werden unter anderem Workshops mit unterschiedlichen Akteuren durchgeführt. Neben wissenschaftlichen Artikeln, Kurzdossiers und Fallstudien soll eine Anthologie entstehen, in der Experten Fragen zum Thema Nachhaltigkeit vor dem Hintergrund von Industrie 4.0 beantworten.

Laufzeit:

01/2017 bis 12/2020

Projektpartner:

N.N.

Themen:

Industrielle Transformation, Digitalisierung, internationale Entwicklung, Industrie 4.0, Informations- und Kommunikationstechnik (ICT), Nachhaltigkeit in Unternehmen, inklusive Governance, e-Governance, Nachhaltigkeitsziele (SDGs), soziale Ungleichheit

Team:

Wissenschaftlicher Projektleiter: Dr. Grischa Beier

Wissenschaftliche Mitarbeiter: Kerstin Fritzsche, Silke Niehoff, Francois Pougel

Verantwortliche Direktoren: Prof. Ortwin Renn, Prof. Patrizia Nanz

Teamassistent: noch offen