Globaler Wandel und nachhaltige Transformationen in der Arktis (GloCAST)

Das Leben der Arktis-Bewohner verändert sich schon heute durch den Klimawandel. Wie schätzen sie die Risiken ein? Fragen wie diese erforschen die IASS-Wissenschaftlerinnen Kathrin Stephen (links) und Vilena Valeeva. © IASS/Rolf SchultenDas Leben der Arktis-Bewohner verändert sich schon heute durch den Klimawandel. Wie schätzen sie die Risiken ein? Fragen wie diese erforschen die IASS-Wissenschaftlerinnen Kathrin Stephen (links) und Vilena Valeeva. © IASS/Rolf Schulten

Globale Veränderungen wie der Klimawandel haben oft dramatische Auswirkungen auf lokale Zusammenhänge. Ein markantes Beispiel: die Arktis. Das Abschmelzen der Arktischen Eiskappe schafft Zugang zu Rohstoffvorkommen und eröffnet neue Handelswege. Anrainerstaaten, Exportnationen, Reedereien und rohstoffverarbeitende Industrien verfolgen diese Entwicklung mit wachsendem Interesse. Gleichzeitig entstehen durch den Wandel neue, für Mensch und Umwelt bedrohliche Folgeprobleme, für die es bislang nur unzureichende Antworten gibt. 

Wechselwirkungen zwischen den Veränderungsprozessen erkennen

Das Forschungsprojekt „Globaler Wandel und nachhaltige Transformationen in der Arktis“ („Global Change and Arctic Sustainable Transformations” – GloCAST) untersucht die Wechselwirkungen zwischen globalen Veränderungsprozessen und dem lokalen Geschehen in der Arktis. Gegenstand der Untersuchung sind dabei auch die Akteure in und außerhalb der Region selbst, insbesondere in Europa und Russland: Wie groß ist ihr Risikobewusstsein im Hinblick auf die Veränderungen in der Arktis? Welche Narrative für Nachhaltigkeit herrschen bei ihnen vor?

Rollenverteilung zwischen den Akteuren klären

Das Projekt zielt nicht zuletzt darauf ab, Verantwortlichkeiten, Pflichten und Rechte dieser Akteure zu klären und ihre Handlungsfähigkeit im Hinblick auf einen nachhaltigen Wandel in der Arktis zu erweitern. Diskutiert wird dabei auch die Frage nach geeigneten Steuerungsregeln (Governance), um etwa höhere Standards für eine nachhaltige Gewinnung von Ressourcen in der Arktis zu schaffen. Ein zentrale Rolle nimmt hier der Arktische Rat und dessen Arbeitsgruppe zur nachhaltigen Entwicklung ein, in der GloCAST-Forscher vertreten sind. In diesem Zusammenhang ergeben sich Schnittstellen zu vielen anderen IASS-Projekten, beispielsweise zum Projekt „Governance der Ozeane“.

Global denken, lokal handeln

In einem gemeinsamen Prozess mit Akteuren von innerhalb und außerhalb der Arktis sollen Szenarien entwickelt und angewandt werden, um Lösungen für Governance- und Entscheidungsfindungsprozesse zu entwickeln, die den unterschiedlichen Bedürfnissen gerecht werden. Dazu werden Szenario-Workshops mit Akteuren durchgeführt. Über die Forschungsergebnisse informiert das Projekt in wissenschaftlichen Artikeln, Konferenzbeiträgen und Publikationen für die breite Öffentlichkeit.

Laufzeit:

01/2017 bis 12/2020

Projektpartner:

  • Foresight Intelligence
  • Institute of World Economy and International Relations (IMEMO)
  • Universität Potsdam
  • Arktischer Rat
  • Alfred Wegener Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI)

Themen:

Global-regionale Transformationsprozesse, Ressourcen, Transformation, Risiko, Narrative, Szenarien

Team:

Wissenschaftliche Projektleiterin: Dr. Kathrin Stephen

Wissenschaftliche Mitarbeiter: Marianne Pascale Bartels (Doktorandin), Vilena Valeeva (Doktorandin im Horizon-2020-Projekt Blue-Action)

Verantwortliche Direktoren: Prof. Mark Lawrence, Prof. Patrizia Nanz

Teamassistentin: Tanja Baines